LOSlassen

Loslassen. Es klingt so einfach. Und fällt uns trotzdem unheimlich schwer. Wenn wir anderen Menschen begegnen und auch wenn wir uns selbst immer begegnen, haben wir sehr genaue Vorstellungen von der perfekten Situation, von dem perfekten Job, von Mrs. und Mr. Right, von dem perfekten Leben überhaupt.

Dabei steckt in dem Wort Loslassen und auch im Wort Gelassenenheit das Verb “lassen“: manchmal etwas zu lassen, wie es ist -egal, ob es sich um Vorstellungen, Menschen oder Beziehungen handelt. Unsere Vorstellungen von dem, wie etwas zu sein hat, hindert uns nämlich daran, das Leben wirklich zu genießen. Entweder sind wir in unserer Vorstellung in unserer Vergangenheit und schon in der Zukunft. Selten im Jetzt-Moment. Gelassenheit und das kleine Glück entsteht allerdings genau in dem Moment, wo wir unsere Erwartungen loslassen und erwartungslos sind.

“Glück entsteht dadurch, dass wir unseren Geist beherrschen”, sagt der Dalai-Lama. Aber häufig beherrscht der Geist uns – besonders, wenn uns miese Emotionen überrollen. Der Dalai-Lama rät in diesem Moment, “einen Beobachter, der Gedanken betrachtet, abzuzweigen.”

Auch unsere Körperintelligenz spiegelt unsere Emotionen gut wieder: es gibt Arbeitskollegen oder Chefs, die verursachen uns Bauchschmerzen. Und bei anderen Begegnungen spürst Du sofort ein gutes Gefühl im Körper.

Eckhard Tolle beschreibt dieses Beobachten in seinem spirituellen Leitfaden Jetzt! wie folgt: ” … eine Emotion dagegen hat eine starke körperliche Komponente und wird deshalb auch hauptsächlich im Körper wahrgenommen. Dann kannst Du der Emotion erlauben, da zu sein, ohne dass sie Dich kontrolliert. Du bist nicht länger die Emotion; Du bist der Beobachter, die beobachtende Präsenz. Wenn Du das praktiziert, dann wird alles, was noch unbewusst in Dir ist, ans Licht des Bewusstseins gebracht werden.”

Zum Schluss einige praktische Tips aus meiner Arbeit als Emotionsberaterin:

1. Verbinde Dich mit Deinem Atem: Wie geht Dein Atem gerade? Tief und ruhig, nervös oder flach? Wo fließt mein Atem hin?

Diese Achtsamkeitsübung verbindet Dich in jeder Lebenssituation mit dem Hier und Jetzt.

2. Rede täglich mit Deinem Körper

Was fühlt mein Körper genau in diesem Moment? Bin ich angespannt oder locker? Für einen Moment einmal die Augen schließen, den eigenen Körperscanner anschalten und einmal tief nach innen schauen.

3. Dir wird gerade im Job gerade alles zu viel? Du könntest vor lauter Wut auf die Kollegin im Viereck springen? Hülle Dich einfach in Weichheit:

Richte Deine Aufmerksamkeit auf den Raum um Dich herum. Stelle Dir vor, dass die Luft ganz weich ist, sie fließt gemütlich um Deine Schultern, sie fühlt sich an wie ein kuscheliger Schal. Oder wie ein warmer Mantel. Du atmest nur diese Luft, diese weiche, angenehme, lockere Luft. Du hast Deine eigene Sphäre der Lockerheit. Den ganzen Tag versuchst Du nun, diesen weichen Mantel mit Dir herumzutragen. Wenn Ärger auf Dich zukommt, bleibst -Du weich und nimmst nichts von diesem Ärger auf.

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