Meine #LieblingsMarke Maren Martschenko

Maren beziehungsweise ihre Marke zehnbar kann ich förmlich auf meiner Zunge schmecken: Sie ist ein starker, bekömmlicher Espresso, der mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Nach der kurzen Espresso-Pause werden die Arme hoch gekrempelt und der eigene Markenkern zum Glänzen gebracht.
Als leidenschaftliche Wanderin im Nationalpark Berchtesgarden oder in den Südtiroler Alpen höre ich dabei entfernt die Kuhglocken läuten …

Dein Business als Schlagzeile auf der ersten Seite … was stünde da?

Hallo wach! Marketing wie ein Espresso.

„Ich mache mein Ding“, sagen viele Selbstständige. Was heißt das denn für dich? – Und weil wir gerade dabei sind: Erzähl uns doch auch gleich, wie du „Erfolg“ definierst.

Ich bin der festen Überzeugung, dass der Erfolg meiner Selbstständigkeit 1:1 mit meinem Eigensinn zusammenhängt. Ich habe schon immer die Dinge genau so gemacht, wie ich sie gut fand. Damit mit bin ich als Kind und als Angestellte regelmäßig angeeckt. Früher wurde ich dafür gerügt, heute geschätzt und empfohlen.

Mein Ziel ist nicht, erfolgreich, sondern entspannt erfolgreich zu sein. Das bedeutet, genug Geld zu verdienen, um mir zwei Dinge leisten zu können: Das eine ist Zeit. Zeit für die Familie, den Partner, Freunde, zum Malen, zum Prokrastinieren. Das andere ist Freiheit. Ich genieße die Freiheit, selbst ständig entscheiden zu können, wann, wo, mit wem und wie ich arbeite.

Für mich bist du ganz klar eine Marke. Siehst du dich/dein Business selbst so? – Was braucht es deiner Meinung nach, um zu einer Marke zu werden, die Kunden begeistert?

Meine Definition von Marke lehnt sich an die von Jeff Bezos an: „Marke ist das, was andere über dich sagen, wenn du den Raum verlässt.“ Ich höre immer wieder, ich sei eine Marke, also bin ich eine.

Wenn man die Definition von Jeff Bezos weiterdenkt, ist Marke der Spiegel aller deiner Aussagen, Gespräche, Entscheidungen und Handlungen. Marke ist eine Verdichtung all dessen, was die Menschen im Zusammenhang mit deiner Person und deinem Business lesen, hören, sehen, fühlen und erleben. Bei einer guten Marke haben viele unterschiedliche Menschen ähnliche Assoziationen. Bist du begeistert, sind es die Kunden auch.

Eine gute Marke polarisiert. Das bedeutet, sie sollte nur bei den Menschen, die positive Assoziationen haben, ein Gefühl der Zugehörigkeit wecken. Alle anderen dürfen gerne wegbleiben.

Eine gute Marke aufzubauen ist ein Prozess. Es braucht Zeit, bis wirklich sehr viele unterschiedliche Menschen an unterschiedlichen Orten auf unterschiedlichen Kanälen ähnliche Aussagen über dich und deine Arbeit treffen.

Es braucht die Kraft einer großen Community, damit aus einer guten Idee durch viele gute Gespräche und gute Beziehungen gute Geschäften entstehen.

Und es braucht eine konsequente Fokussierung auf den Markenkern bei allen Gesprächen, Entscheidungen und Aktivitäten, damit sich die unterschiedlichen Eindrücke über einen längeren Zeitpunkt zu einem stimmigen Bild verdichten und von anderen erinnert und widergegeben werden können.

Da hilft nur dranbleiben und geduldig dem Prozess vertrauen.

Supertoll zu sein, ein attraktives Produkt und großartige Ideen alleine reichen nicht aus. Wie und wo machst du neue Angebote sichtbar? 

Bei mir gibt es selten neue Angebote. Aber wenn doch, dann erzähle ich von ihnen über alle mir zur Verfügung stehenden Kanäle im Internet und im echten Leben: Auf der Webseite, im Newsletter, auf meinem Blog, Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest und neuerdings auf Snapchat und wo ich sonst noch gehe und stehe. Letztlich stehen in meiner Kommunikation nicht die Angebote im Vordergrund. Entscheidend ist, dass die Menschen mich erleben wie ich bin, so dass sie einen konkreten Eindruck von mir mitnehmen. Wenn die Chemie nicht stimmt, nützt das tollste Angebot nichts.

… es wird ja immer empfohlen, dass man so schreibt, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Wie siehst du das?

Ich halte es für extrem wichtig, authentisch im Netz zu kommunizieren, sich also genau so zu zeigen, wie man im echten Leben ist. Dazu gehört auch, so zu schreiben, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Blogartikel, Webtexte, Social Media Posts sollten unbedingt die eigene Handschrift und Persönlichkeit durchscheinen lassen. Sich hier zu verstellen, bringt gar nichts und wird auf Dauer anstrengend. Wer im echten Leben schnoddrig ist und gerne provoziert, sollte das auch beim Schreiben so handhaben. Das Schöne am authentischen Schreiben ist, dass man am Ende genau die Kunden bekommt, die zu einem passen.

Mir ist es am Anfang nicht leicht gefallen, die eigene Schriftsprache zu finden. Ich war geprägt von meiner Zeit in der Agentur. Da war es total verpöhnt, persönlich zu kommunizieren! Alles musste in eine Art Plastiksprache verpackt werden, die besonders kompetent wirken sollte. Das spricht im Internet genau niemanden an. Das regelmäßige Schreiben hilft mir, dass meine Texte mit meinem Schnabel wachsen.

Gerade in den ersten Jahren der Selbstständigkeit macht man ja oft mal komische Dinge oder gerät in peinliche Momente: Mit welchem Schwank aus deiner Business-Jugend würdest du mich zum Lachen bringen?

Ich war nicht mehr ganz frisch selbstständig, aber ich wollte vor einigen Jahren zum ersten Mal offene Seminare anbieten. Den Auftakt sollte ein Workshop bilden, wie man gute Newsletter macht. Da hatte ich noch nicht mal einen eigenen Newsletter. Die Einladung ging per Serienemail an viele meiner Kontakte. Irgendetwas lief schief, und es kam ein einziger langer unleserlicher  Bandwurmtext an. Megapeinlich! Auf die zu Recht spöttischen Kommentare antwortete ich, dass ich mal zeigen wollte, wie man es auf keinen Fall macht. Irgendwo hatte ich gehört, dass es von Souveränität zeugt, in schwierigen Situationen Humor zu beweisen. In Wahrheit bin ich vor Scham im Boden versunken und habe eine wichtige Lektion in Sachen Technik gelernt: Testen, testen, testen.

Bei uns Selbstständigen geht es ja manchmal turbulent zu – mal rauf, mal runter. Welche innere Überzeugung, Eigenschaft oder Fähigkeit hilft dir, Krisen durchzustehen?

Das ist meine Zähigkeit in Kombination mit einem gesunden Optimismus, die mir helfen, auch mal Durststrecken und stressige Phasen zu überwinden – ohne in Panik zu verfallen. Falls ich doch mal an meine Grenzen komme, bitte ich um Hilfe. Ein wichtiges Learning: Auch als One-Woman-Show bin ich nicht allein, denn es gibt in meinem Umfeld ganz wunderbare Menschen, die mir Lösungen zeigen, wo ich keine sehe, mir Mut geben, wo er mir fehlt, die mir Kraft geben, wenn ich denke, jetzt geht gar nichts mehr.

„Kommt Zeit, kommt Rat.“, „Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr …“ – Welcher abgeschmackte Spruch, den du vielleicht sogar dämlich findest, bewahrheitet sich im Business doch immer wieder mal?

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Ich stelle in meiner Beratung immer wieder fest, dass jeder Kunde sein eigenes Tempo und seinen eigenen Rhythmus in Sachen Markenentwicklung mitbringt. Sich dem zu Widersetzen ist der Marke schnellster Tod.

Die Marke hörbar machen. Wenn dein Lieblingsmusiker deiner Marke einen Song widmen würde? Was würden wir dann hören? Heavy Metal, Popsong oder Schlager? Und welche Zeile darf auf keinen Fall im Song fehlen?

Ich hätte ja gesagt, das ist das Geräusch einer Siebträgermaschine, wenn ein Espresso gemacht wird, im Hintergrund muht eine Kuh. Das ist zwar Musik in meinen Ohren, aber kein Song. Da Marke, das ist, was andere über mich sagen, habe ich meine Crowd befragt, welchen Song sie mit mir verbinden. Es ist eine himmlische Playlist entstanden: Pink fluffy unicorn, Lila Wolken, Behind the cow, Let’s have a party, Over the rainbow, Über den Wolken, New York Rio Rosenheim, Children of the revolution, This is what you are. Die wichtigsten Keywords sind Liebe, Leben, Freiheit.

Herzlichen Dank für deine Antworten, liebe Maren.
(Fotonachweis vom Beitragsbild: Fotografin Dorothee Elfring).

 

#LieblingsMarke

#LieblingsMarke

#LieblingsMarke ist die neue Interviewreihe von Schreibcoach Ulrike Zecher.
„Du bist meine #‎LieblingsMarkeDu bereicherst mein Leben. Macht’s es bunter, lustiger, vielfältiger. Ich lerne neue Dinge von dir, die du gerne im Netz teilst.
Du zeigst mir den Menschen hinter deiner Website und den Social-Media-Kanälen. Manchmal bringst du mich zum Staunen, zum Weinen oder zum Lachen. Und wenn du mich mal ärgerst, verzeihe ich dir das sehr schnell …
Ich möchte dich nicht mehr missen. Meine Leser möchten dich unbedingt kennenlernen. Ich freue mich auf deine Antworten in meinem Blog.“

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Erst deine Persönlichkeit macht dein Business einzigartig. Ich begleite Einzelunternehmer durch den gesamen Prozeß auf ihren Weg zur #Lieblingsmarke. Von der Markenberatung, über Schreib-Coaching bis hin zur fertigen Webseite bekommst du alles aus einer Hand.

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