Meine #LieblingsMarke MissWord!
Sigrid Jo Gruner!

MissWord! macht das, woran mein Schreib-Ich noch arbeitet: Sie hat eine Kunstfigur entworfen. Nein, Sigrid Jo Gruner ist nicht diese kecke Businessfrau, die ihre Pfennigabsätze lässig auf den Vintage-Schreibtisch legt. Oder doch? Wer weiß das schon, wenn man mit ihr telefoniert.
Ihre sonntäglichen Blogbeiträge, die immer auch ein wenig sinnlich und schräg daher kommen, liefern mir die richtigen Anreize: „Anscheinend hat ein gut gemachtes Corporate Book die Sofortwirkung eines Push-up-BHs. Die essenziellen Vorzüge fallen sofort ins Auge!“
Als humorvoller Genussmensch speichere ich solche Sätze sofort in meiner hauseigenen Sprachzentrale. Kann man besser erklären, was guter Content bewirken kann?
Dein Business als Schlagzeile auf der ersten Seite … Was stünde da?

Wort-Orkan über dem Rheinland

Textwerkerin schlägt Wörter in den Wind.

Am gestrigen Nachmittag verursachte die Worteruption einer Texterin aus K. Böen, Windhosen und Verwehungen auf den Fernstraßen A3 und A4. Nach 4 Stunden Vollsperrung gab die Polizei den Verkehr wieder frei, warnte aber vor dem Verschüttungsrisiko, das von den hoch aufgetürmten Wörterbergen am Autobahnrand ausging. „Wie ein Vulkanausbruch aus heiterem Himmel“, sagte der sichtlich betroffene Polizei-Pressesprecher. Die Verursacherin soll sich bereits außer Landes begeben haben um auf den Kouquouou-Inseln die Zeichensprache der Eingeborenen zu erlernen.

„Ich mache mein Ding“, sagen viele Selbstständige. Was heißt das denn für dich? – Und weil wir gerade dabei sind: Erzähl uns doch auch gleich, wie du „Erfolg“ definierst.

Mein Ding? Dazu muss man sich selbst erst einmal kennenlernen. Sich seinen „inneren Dämonen“ stellen. Das Schwierigste überhaupt. Wie kommt man dahin? Sich selbst regelmäßig hinterfragen. Ungeklärtes im Lebensentwurf klären. Unverarbeitete Gefühle erlösen. Sich mit bislang Nicht-Verarbeitetem versöhnen. Mutig loslassen, und so nach und nach schält sich Identität heraus.

Erfolg ist, wenn ich meine, das Bestmögliche erreicht zu haben. Nichts Perfektes, aber was richtig Gutes. Gänsehautfeeling – mehr geht nicht.

Für mich bist du ganz klar eine Marke. Siehst du dich/dein Business selbst so? – Was braucht es deiner Meinung nach, um zu einer Marke zu werden, die Kunden begeistert?

VIVE LA DIFFERENCE!

Soll heißen: Talent zur ironischen Brechung. Eigenwilligkeit und Eigenständigkeit. Konzentration. Präsenz. Persönlichkeit. Mut zur Selbstreflexion, Selbstkritik und Selbstironie. Klare Haltung. Intuition. Hang zur Skurrilität. Wider den Mainstream. Im Fischteich mal Hecht oder Forelle mal Karpfen sein – aber nie Hai.

Supertoll zu sein, ein attraktives Produkt und großartige Ideen alleine reichen nicht aus. Wie und wo machst du neue Angebote sichtbar? Verändere die Frage ruhig, so wie sie für dich passt: Vielleicht hast du dir ja schon so einen Namen gemacht, dass du automatisch genug Aufmerksamkeit hast – oder du arbeitest daran, dich als Experte/Expertin zu etablieren, und verfolgst mit deinem Marketing einen anderen Kurs, als einzelne neue Produkte zu bewerben.

Ich will nicht Jedem gefallen, sondern den Richtigen! Mich interessieren Menschen. Originalität, Schrulligkeit, Großzügigkeit und Eigenart ziehen mich an. Stromlinienförmiges Lavieren und nach dem Wind gewendete Mäntelchen nicht.
Der Weg zu den Wunschzielgruppen muss strategisch gebahnt werden – weniger durch Bewerben, sondern durch sinnvolles Kommunizieren. Gängige Marketingeffekte sind kurzlebig, was bleibt, sind der Gedanke, die Idee, die Maxime. Meine bevorzugten Eigen-PR-Tools sind auch meine Herzensangelegenheiten: Blog, Magazin, Story, E-Book, Buchprojekte, Texttuning, Ghostwriting. Sich einbringen. Themen mit gesellschaftspolitischem Habitus gegen den Strich bürsten. Fragen stellen: „How to be a smashing single?“, „Was ist schädlich an der ewigen Glückssuche?“ oder „Wann und warum ist Faulheit nützlich?“ In größeren Zusammenhängen denken und die Dinge mit einem schrägen Blick aus unterschiedlichen Perspektiven ausleuchten.
Außenwirkung resultiert aus Substanz, aus dem was man leistet und darstellt. In den Social Media erlebe ich so viel Expertengemurmel, dass ich mich frage, ob diese Experten noch genügend Zeit für ihr Tagesgeschäft aufbringen. Natürlich versuche ich auch branchen-up-to-date zu sein. Und natürlich ist es riskant, die strategische Positionierung im Strudel des Tagesgeschäfts zu vernachlässigen. Doch Didaktik und Belehrung langweilen mich. Ich will Anreize geben, Diskussionen anstoßen, unterhalten, polarisieren und überlasse es dem Leser welche Schlüsse er daraus zieht. Reputationsmarketing ist meine Empfehlung für alle, die mit Menschen arbeiten. Die eigene Expertise großzügig teilen und dabei selbst an Mehrwert gewinnen, eleganter geht es kaum. Auch nicht wirkungsvoller. Professionell erstellte Corporate Books etwa beleben den Umsatz und das Renommee von Trainern, Coaches, Beratern, Dienstleistern stärker als jedes andere PR- oder Marketingtool. Daher: Nicht nur das Unternehmen und seine Angebote vermarkten, sondern vor allem den Unternehmer!

Schreibst du lieber unter deiner Kunstfigur „MissWord!“ oder lieber unter Sigrid Jo Gruner? Und was würde passieren, wenn beide hier zu Wort kommen?

MissWord! ist die Textwerkerin, die Menschen, Unternehmen, Freiberufler, Dienstleister bestmöglich positioniert. In Wort und Text – Website, Pressetext, Werbeclaim oder Slogan, Magazin, Blog, Story, E-Book oder Corporate Book. MissWord! macht aus ihrer kritisch-empathischen Außensicht heraus das Mögliche aus den Anliegen ihrer Auftraggeber. Immer ein spannender Prozess, der mit dem letzten Wort noch lange nicht zu Ende ist.

Sigrid Jo Gruner ist die Autorin aus Fleisch und Blut! Ihre Erzählstimme wird in Kurzgeschichten, Mikrostories, Magazinen, Novellen, Drehbuchtreatments, Buchprojekten hörbar. Allerdings darf man diese nie für die authentische Stimme halten, es ist immer die Autorenstimme. Das ist auch für mich verwirrend, auf eine aufregend-schöne Weise leicht schizo.
Wenn hier beide sprechen dürften, würde die eine sagen: „Sichtbar macht man sich über eine pointierte und stringente Haltung!“ und die andere: „Im Subtext und im Unbewussten spielt sich das Wesentliche ab.“ – Wer ist wer?

Gerade in den ersten Jahren der Selbstständigkeit macht man ja oft mal komische Dinge oder gerät in peinliche Momente: Mit welchem Schwank aus deiner Business-Jugend würdest du mich zum Lachen bringen?

Oh, ja! So einige. 1994. Da war Gruner Kommunikation PR & PA (Berlin) gerade gegründet. Ich begleitete einen Staatssekretär (Schwerpunkt Rente) aus dem Bundesarbeitsministerium auf einer Pressereise. Samt seinem Stab durchquerten wir den Luftraum über Ostdeutschland zwischen Rostock und Suhl in einem Hubschrauber der Luftwaffe. Die Reiseroute folgte nicht wirklich logischen, aber vermutlich logistischen Zwängen. Zum Termin in Halle waren wir spät dran. Der Pilot versuchte sein Glück auf einem innerstädtischen Fußballplatz. Kaum hatten wir den Rasen touchiert, wurden wir von erbosten Anwohnern und Sportwarten quasi mit Mistgabeln und Heckenscheren empfangen. Wir retteten uns in die wartende Limousine. Für unsere Passage durch die Innenstadt stoppte der Verkehr, so dass wir  – wie einst der selige Erich Honecker – durch ein verwaistes Halle brausten. Ich duckte mich in die Polster. Dem Staatssekretär war’s kein bisschen peinlich. Auf dem Rückweg ließ der Staatstragende den in Berlin wartenden (Linien-)Flieger eine Dreiviertelstunde anhalten, um rechtzeitig zu einer TV-Fußballübertragung in die Noch-Bundeshauptstadt Bonn zu gelangen resp. in seinen Fernsehsessel. Für mich eine Lehrstunde in Demokratie: „Wir sind alle gleich, nur manche sind noch ein bisschen gleicher.“

Bei uns Selbstständigen geht es ja manchmal turbulent zu – mal rauf, mal runter. Welche innere Überzeugung, Eigenschaft oder Fähigkeit hilft dir, Krisen durchzustehen?

Vertrauen in die eigene Kraft und Lust sich immer wieder neu zu erfinden. Beharrlichkeit, Dickköpfigkeit, Kampfgeist, ein reflektiertes Jetzt-erst-recht! Nie, nie sich selbst aufgeben. – Geduld musste ich erst noch lernen☺

Gibt es irgendeine Devise, die du als Kind schon verinnerlicht hast, die dir heute in der Selbstständigkeit gute Dienste erweist? – Was deine Oma immer gesagt hat oder was mit deinem Taschengeld zu tun hatte …, oft lernen wir ja früh unsere „Lektionen“ und manche bewähren sich später noch!

Lektionen sind dafür da, hinterfragt zu werden. Eine frühe Erkenntnis war, dass ich Probleme selbst lösen muss. Das ist gut für die Selbstständigkeit, hat es mir allerdings später schwer gemacht, mir – wo nötig – Unterstützung zu suchen. Das Risiko der Überforderung ist dann groß. Daran arbeite ich. ☺

Die Marke hörbar machen. Wenn dein Lieblingsmusiker deiner Marke einen Song widmen würde? Was würden wir dann hören? Heavy Metal, Popsong oder Schlager? Und welche Zeile darf auf keinen Fall im Song fehlen?

Es gibt nicht the one and only. Meine Lieblingssongs und Interpreten sind situativ und auf ein einziges Feature will ich „Marke“ auch nicht reduzieren: Ich mag Blues, Rock. Italienische Oper. Barockmusik. Tango. Fado. Mal Tristan & Isolde. Mal Tom Waits oder Serge Gainsbourg, Patrizia Kaas, Ella Fitzgerald, Lady Gaga oder Katy Perry. Und natürlich die Rolling Stones.

Trifft sie vielleicht den Nerv? Anna Prohaska mit „Sirène“- oh ja!

Ein wichtiger Satz? „Espérer parce que la terre est belle! Et quand une étoile s´éteint, elle n’eteint pas le ciel.“ (Hoffen, denn die Erde (das Leben!) ist schön. Und wenn ein Stern erlischt, verglüht nicht der ganze Himmel) Das singt allerdings bereits Michel Sardou.

Herzlichen Dank für deine Antworten und das intensive Telefongespräch vor diesem Interview, liebe Jo.

Danke für dein Interesse, liebe Ulrike!

Sigrid Jo Gruner/MissWord!/01.4.2016

#LieblingsMarke

#LieblingsMarke

#LieblingsMarke ist die neue Interviewreihe von Schreibcoach Ulrike Zecher.
„Du bist meine #‎LieblingsMarkeDu bereicherst mein Leben. Macht’s es bunter, lustiger, vielfältiger. Ich lerne neue Dinge von dir, die du gerne im Netz teilst.
Du zeigst mir den Menschen hinter deiner Website und den Social-Media-Kanälen. Manchmal bringst du mich zum Staunen, zum Weinen oder zum Lachen. Und wenn du mich mal ärgerst, verzeihe ich dir das sehr schnell …
Ich möchte dich nicht mehr missen. Meine Leser möchten dich unbedingt kennenlernen. Ich freue mich auf deine Antworten in meinem Blog.“

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Erst deine Persönlichkeit macht dein Business einzigartig. Ich begleite Einzelunternehmer durch den gesamen Prozeß auf ihren Weg zur #Lieblingsmarke. Von der Markenberatung, über Schreib-Coaching bis hin zur fertigen Webseite bekommst du alles aus einer Hand.

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