Mein Personal Branding heute: Schlechte Laune. Nase voll. Klebrige Eidechsenaugen. Niesattacken und Hustenanfälle. Ich schwanke zwischen Auswandern auf eine Insel, Quarantäne im Homeoffice oder schon mal den Grabstein aussuchen. Nur nicht unter einer Birke.
Seit Tagen plagt mich – das erste Mal in meinem Leben – ein Heuschnupfen. Ich wähle die Quarantäne, dann kann ich wenigstens in die Tasten hauen. Ich warne dich, mir ist heute nicht nach digitaler Blümchensprache …

Jetzt vergiss mal die zuckersüßen Stories vom Life-Style-Business unter Palmen; unterm Strich hast du als Selbstständiger ein Ziel; Du möchtest deine Dienstleistung oder Produkte verkaufen.
Produkte und Marken werden allerdings immer austauschbarer sowie – durch die digitale Transformation – transparenter.  Es gibt daher nur einen wichtigen Unterschied, worin sich Marken unterscheiden und das ist deine Persönlichkeit. Oder anders formuliert: „Personal Brands verkaufen sich besser als Corporate Brands.“

Was versteht man unter Personal Branding?

Die Idee der Selbstvermarktung stammt von Napoleon Hill; er stellte sie 1937 in seinem Buch „Think and Grow Rich“ vor. Diesen Ansatz hat 1997 der Management-Coach Tom Peters mit dem Begriff „Personal Branding“ und der Aufforderung „Brand You“ weiterentwickelt.

“All of us need to understand the importance of branding. We are CEOs of our own companies: Me Inc. To be in business today, our most important job is to be head marketer for the brand called You.” – Tom Peters in Fast Company

Haha, wir sind also Marketer des eigenen Ich, der Ich-Marke, der eigenen Persönlichkeit.
Bevor du jetzt auf dem Wochenmarkt zwischen Möhren und Matjes deine Ich-Marke präsentierst, halte mal kurz inne: Personal Branding ist Persönlichkeitsentwicklung und geht daher idealerweise von innen nach außen. Da es vielen Selbstständigen nicht leicht fällt, gut über sich zu denken, zu reden und zu schreiben, habe ich einige Einstiegsfragen für dich vorbereitet.

Drei Fragen für den Aufbau deiner Personal Brand

  • Wer bist du?
  • Was zeichnet dich aus?
  • Wofür stehst du?

Wir starten mit diesen philosophischen Fragen. Nimm dir Zeit , die wichtigsten Ereignisse, Hindernisse und Brüche in deinem Leben aufzuschreiben oder aufzuzeichnen. Dann schaue aus der Vogelperspektive auf deine Unterlagen, ob ein bestimmtes Verhaltensmuster oder ein roter Faden sichtbar wird.

Was ist das Typische, Einzigartige bei dir, was du mit deiner Marke sichtbar machst?

Mit einer Marke wie Coca-Cola, Persil oder Porsche verbinden Kunden fast menschliche Eigenschaften. Umgekehrt gilt das natürlich auch. Du kannst deinem Angebot ein Gesicht geben. Vielleicht bist du ein humorvoller, spontaner Mensch und möchtest mit Personal Branding erreichen, dass deine Kunden dieses Gefühl mit deiner Dienstleistung verbinden.
Ich habe mir zum Beispiel dieses Jahr selbst die Erlaubnis gegeben „Mehr Unsinn“ im Business zu machen.

Was sagen andere über dich?

Für die persönliche Entwicklung brauchen wir den Austausch mit Menschen, die uns gut kennen und uns schätzen. Jetzt notiere drei Menschen, die dir wichtig sind. Vielleicht jemand aus der Familie, den besten Freund und einen guten Kunden.
Anschließend überlege dir, was diese Menschen an dir wirklich schätzen. Oft sagen sie das ja: „Die ist absolut ehrlich.“ „Mit der kann man Geschäfte per Handschlag machen.“ oder auch „Die kann den Dingen so wunderbar eine Struktur geben“. Natürlich können das auch mehrere Aspekte sein.

Worin bist du richtig gut? Was begeistert dich?

Diese Frage bezieht sich auf deinen Expertenstatus als Selbstständiger. Idealerweise ist dies eine Kombination aus Talenten, Stärken, Leidenschaft und Nutzen für deine Zielgruppe. Damit meine ich auf keinen Fall nur den (akademischen) Lebenslauf, sondern auch deinen persönlichen Erfahrungen – die leisen Zwischentöne. Keine Sorge, du musst dabei nicht privat werden.

Personal Branding – Sparversion oder Luxusausgabe?

Prima. Du hast alle Fragen ausführlich beantwortet und ich bin mir sicher, dass du jetzt den wichtigsten Menschen in deinem Leben viel besser kennst und vor allem schätzt. 🙂 Allerdings hat dieses Modell seine Grenzen, was ich dir gleich erklären werde.

Mit Personal Branding erschaffst du jedes Mal nur eine Sparversion – ein Mini Me – deiner Selbst. Manchmal sogar das ganze Leben. – Ulrike Zecher

Napoleon Hill hat sich 1937 in seinem Buch „Think and Grow Rich“ nicht nur mit dem Konzept der Selbstvermarktung, sondern auch mit den sechs Gespenstern der Angst beschäftigt. Mit „Angst vor Liebesverlust“ beschrieb er ein Gespenst. Babies und kleine Kinder sind komplett abhängig von ihren Eltern und können nur überleben, wenn sie sich ihrer Umwelt anpassen. Aus dieser biologisch gesteuerten Angst kann sich im Erwachsenenalter die Angst, abgelehnt, nicht geliebt und verlassen zu werden, entwickeln.
Nehmen wir einmal ein ganz einfaches Beispiel. Deine Eltern und deine Lehrer loben dich dafür, weil du deine Hausaufgaben immer ordentlich machst. Je älter du wirst, desto mehr konzentrierst du dich darauf, was andere von dir erwarten. Später ist es der Chef oder dein Partner, der dich für deine Ordentlichkeit lobt. Und irgendwann identizifierst du dich mit dem, was andere an dir gut finden. Deine eigenen Bedürfnisse und innerer Reichtum sind vollkommen verkümmert: Du bist zu einer Sparversion deiner Selbst geworden und hältst sie für echt. Deine verkümmerte Mini-Me-Ausgabe verhindert also deine Persönlichkeitsentwicklung, denn genau hinter diesem kleinkarierten Entwurf liegt dein wahres Ich.
Vielleicht möchtest du lieber kreativer, schlampiger, unordentlicher sein, traust dich aber nicht. Es droht ja der unbewusste Liebesentzug. Auch beim Personal Branding!?

  • Was ist deine größte Angst, die dich gerade einschränkt?
  • Welche Konzepte über dich möchtest du für einen kurzen Moment loslassen?
  • Was wäre, wenn heute alles möglich wäre?
  • Was wäre der erste Babyschritt durch deine Angst zu gehen?

Personal Brandung ist für mich lebendige Persönlichkeitsentwicklung und bedarf einer ständigen Selbstreflexion. Die Ich-Marke wird erst glaubwürdig und für andere Menschen anziehend, wenn du dich mit deinem inneren Reichtum – mit der Luxusversion deines Selbst – beschäftigst.

 

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Erst deine Persönlichkeit macht dein Business einzigartig. Ich begleite Einzelunternehmer durch den gesamen Prozeß auf ihren Weg zur #Lieblingsmarke. Von der Markenberatung, über Schreib-Coaching bis hin zur fertigen Webseite bekommst du alles aus einer Hand.

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