Die Selbstoptimierer

Morgens quälen wir uns aus dem Bett und hecheln im Takt unseren harten Zielen hinterher: die beste Ausbildung, mein Auto, mein Haus, mein Job. Nicht zu vergessen der Traumpartner an der Seite. Alles wird eindimensional nach oben getunt. Wer es dennoch wagt, mittelmäßig zu sein und sich Pausen im Hamsterrad gönnt, bleibt auf der Strecke und wird gnadenlos ausgemustert.
Oder wir haben eine Familie gegründet und auch damit wachsen die Verpflichtungen und der Stress. Manche Eltern mutieren sogar zu Helikoptern, indem sie den Erfolg der Kleinen – vom Cello bis zum Chinesischunterricht – generalstabsmäßig überwachen.
Als effizienter Selbstoptimierer haben wir unser Leben auf eine mathematische Formel reduziert. „Wenn ich das auf mein Lebenskonto einzahle, muss ich jenes rausbekommen. Plus Rendite selbstverständlich.“
Dieser Tunnelblick begleitet uns vom Kindergarten an durchs ganze Leben, da bleibt keine Zeit mehr für kindliche Spielfreude, für Abenteuerlust und Begeisterung für verrückte Pläne.

Dann nagt die Unzufriedenheit in uns. Der Alltag ist nicht mehr beschwingt und leicht, sondern zunehmend schleppend und schwer. Man stellt immer mehr auf Autopilot um, um den Alltag irgendwie zu bewältigen. Nicht wenige rutschen sogar in eine Lebenskrise, brennen im Job komplett aus und versuchen die verlorene Lebensfreude zumindest therapeutisch wieder zu finden.
Einzig das Blümchen auf der dunkelblauen Krawatte oder die farbige Haarspange im Haar erinnern an die Träume von einst: einen Song texten, vor Hawaii surfen oder irgendwo die Welt retten.

Seien wir ehrlich: Mit der täglichen Anmache  „höher, weiter, schneller“ baggern wir jede Sekunde unserer Lebenszeit an. Das ist sicherlich vernünftig für den Lebensplan „mein Auto, mein Job, mein Haus“ und macht unsere (Renten) Konten reich. Nur mit jedem nicht gelebten Traum und jeder kalten Sehnsucht werden wir ärmer und verkümmern immer mehr.
Schmollend zieht sich das Lebendige und Spontane immer mehr zurück, zeigt dir die kalte Schulter und gibt dir wie beim Flirten immer mehr Körbe.

Frust statt Lebensflirt:

  • Du verliert den Kontakt zu dir
  • Du kannst nichts mehr genießen.
  • Du verpasst kleine und große Abenteuer.
  • Du fühlst dich fremdbestimmt
  • Du hast zu wenig Zeit für dich.
  • Du verlierst deine kindliche Spielfreude
  • Du wirst krank.

Hinein ins Leben 

Puh! Du hast jetzt genau drei Möglichkeiten:

1. Du kannst dich beleidigt in den Schmollwinkel zurückziehen und deine Körbe lauthals bejammern.
2. Du kannst dein Leben noch härter anbaggern, mehr funktionieren und deine Sehnsüchte weiter ignorieren.
3. Oder du fängst endlich an, zu leben. Wie es für dich stimmig ist und nicht für andere.

Einfach machen, nicht lange fackeln

Hach, erinnerst du dich? Äpfel aus Nachbars Garten stibitzen, als Mutprobe von der höchsten Mauer springen, geheime Verstecke im Wald anlegen und später der erste Kuss, nächtelanges Durchtanzen … Ich bin mir sicher, dieses Gefühl von „einfach machen, nicht lange fackeln“ kennst du auch aus deiner Kindheit und Jugend.
Wenn du so wirklich Bock auf etwas gehabt hast, hast du sicherlich nicht deine Eltern um Erlaubnis gefragt.
Das nennt man Selbstbestimmung. Als Erwachsener fühlt man sich heute eher fremdbestimmt und traut sich oft nicht, seinen Standpunkt klar zu äußern: Man sagt ja zu vielen beruflichen und privaten Verpflichtungen, obwohl man wirklich nein meint. Trotz der knappen Zeit nimmt man jeden Termin zähneknirschend wahr und verschleudert die restliche Lebensfreude.
Träume, Sehnsüchte oder Wünsche werden auf morgen verschoben „Morgen, morgen fange ich an“ oder „später, wenn …“ ist das tägliche Mantra: nach der nächsten Beförderung, wenn die Kinder aus dem Haus sind oder spätestens bei Rentenbeginn. Dann fängt das eigentliche Leben an. Blöd nur, dass manchmal eine Krise in Form von Jobverlust, Krankheit, Scheidung dazwischen kommen kann oder man vorher ins Gras beißt.
Warum fällt es uns als Erwachsener bloß so schwer unsere eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen? Vielleicht quält uns das schlechte Gewissen, wenn wir uns um uns selbst kümmern. Andere behaupten dann, man sei egoistisch oder man wollte zu viel vom Leben. Also orientiert man sich besser an dem, was alle anderen machen und wird sich selbst immer untreuer. Oder ist unsere eigene Stimme, die uns unablässig antreibt? Der gemütliche Schweinehund, mit dem man auf dem Sofa Chips essen und TV glotzen konnte, war gestern. Heute wird alles zu einer „Challenge“, mit der man sich, die Familie, den Job und das Heim drillt. Puh! Diese ständige Fremd-bestimmung und Selbstoptimierung macht auf Dauer müde und frustriert. Nie bleibt genug Zeit für die Dinge, die einem wirklich wichtig sind.
Wer oder was muss in deinem Leben weg, damit du dich wieder selbstbestimmter, freier und glücklicher fühlst. Wie wirfst die Dinge raus, die stören und beschweren. Weniger Ballast, Druck, Termine, Verpflichtungen? Was ist es bei dir?

Und wie möchtest du die Zeit dann für dich nutzen, vielleicht dich neu entdecken?

Erfinde dich neu

Auf Omas Dachkammer heimlich Kisten durchstöbern, mit Mamas Pumps sich in einen Star verwandeln und mit Papis Autoschlüssel Rennfahrer spielen, das macht Kindern einfach großen Spaß. Sich verkleiden, in neue Rollen schlüpfen und ein Held sein, das traut man sich als Erwachsener nur noch im Karneval oder nach dem zehnten Alt zu. Spätestens nach dem Studium ist „Schluß mit Lustig“, da beginnt der Ernst des Lebens. Als Berufsanfänger lässt man sich in blaue oder schwarze Anzüge und Kostüme stecken und folgt den Pinguinen in die öde Business-Welt. Einzig das Blümchen auf der Krawatte und das Tatoo am Knöchel erinnern an die Träume wie Musik machen, vor Hawaii surfen oder irgendwo die Welt retten. Wer im Aufzug der Karriere ganz nach oben will, der unterdrückt besser das Leidenschaftliche, Temperamentvolle und das Spontane. Und bleibt lauwarm.
Herzhaftes Lachen oder sogar Tränen auf dem Weg nach oben sind verboten. Bei guten Abschlüssen oder schwarzen Zahlen spontan die Kollegen, den Chef umarmen und lachend auf dem Tisch tanzen, könnte die Karriere beenden, bevor sie richtig Fahrt aufgenommen hat. Mit jedem weiteren Berufsjahr verändert sich die Persönlichkeit, bis sich die lauwarmen in kalte Gefühle verwandeln.
Und privat? Da stecken die lieben Mitmenschen – oder man selbst – einen am liebsten in eine Schublade, wo dann das Selbstbild eine dicke Staubschicht ansetzt …

Neues Fahrwasser, neue Gewohnheiten, neue Persönlichkeit: du kannst dich jederzeit neu erfinden und damit so richtig Lust und Begeisterung wecken. Werfen wir alle Blicke zunächst auf deine Schokoladenseiten.

Nutzt du deine Schokoladenseite(n) so richtig – jeden Tag?

Wir alle haben ja so unsere Schokoladenseiten. Besonders oft sind das sogar Facetten an uns, die uns total selbstverständlich vorkommen. Darum sind wir uns dessen nicht immer so bewusst – und nutzen sie auch im Alltag gar nicht. Das müssen wir dringend ändern: Mehr Schokolade im Alltag!

Was sind deine besonderen Schoko-Eigenschaften?

Ein offenes Lächeln, dein Humor, deine Wortgewandtheit, deine Empathie oder dein Macher-Tum … denk an alles: Das, was an dir ist oder in dir steckt und schreib dir auf, was du selbst besonders gerne magst und vorteilhaft findest. Aber Achtung: Keine halbherzige Stärkenliste, sondern wir suchen die wirklich schokoladigen Seiten, die du besonders an dir magst:

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Was schätzen andere besonders an dir?

Jetzt schreib dir mal drei Menschen auf, die dir total wichtig sind. Denk auch hier gerne an unterschiedliche Beziehungen. Vielleicht jemand aus der Familie, einen Freund und einen tollen Kollegen. Du kannst aber natürlich auch lauter Freunde nehmen oder jemand, mit dem du nicht so intensiv zu tun hast, den du aber sehr schätzt. Wichtig ist nur, dass dich die Leute gut kennen.

Anschließend überleg dir, was diese Leute an dir toll finden. Oft sagen sie das ja: „Mit der kann man Pferde stehlen.“ „Ein Mann/ein Frau ein Wort.“ oder auch „Du kannst so super die Dinge auf den Punkt bringen!“ Natürlich können das auch mehrere Aspekte sein:

Wichtiger Mensch 1:

findet das schokoladig an mir:

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Wichtiger Mensch 2:

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Wichtiger Mensch 3:

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Hast du was neu an dir entdeckt?

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Manchmal sind Schokoladenseiten ganz neu … weil du sie frisch entwickelt hast oder weil dir etwas noch gar nicht so klar war. Denk mal nach, ob in den letzten Wochen oder Monaten mal was passiert ist oder eine Situation war, wo du ganz überrascht von dir warst. Vielleicht hast du gemerkt, dass du in einer bestimmten Lage besonders gut reagiert hast oder eine neue Fähigkeit entdeckt? Zum Beispiel, weil du so richtig improvisieren musstest, obwohl du eigentlich lieber planst oder, oder, oder ...

Was hat Schokoladenseiten-Potenzial?

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Zeig deine Schokoladenseite

Gerade unsere Schokoladenseiten wollen gezeigt werden. Oft achten wir im Alltag gar nicht so recht drauf, sie auch einzusetzen. Dabei zeigen die deine Strahlkraft besonders, sie fallen dir leicht und stärken immer dein Selbstbewusstsein.
Such dir eine Schoko-Eigenschaft aus, die du verstärkt nutzen möchtest und mache dir in den nächsten sieben Tagen bewusst, wenn du sie zeigst.

Ja, ich will mehr Schokolade im Alltag! Hier das Arbeitsblatt dazu: Arbeitsblatt-Schokoladenseite.

 

 

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Erst deine Persönlichkeit macht dein Business einzigartig. Ich begleite Einzelunternehmer durch den gesamen Prozeß auf ihren Weg zur #Lieblingsmarke. Von der Markenberatung, über Schreib-Coaching bis hin zur fertigen Webseite bekommst du alles aus einer Hand.

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