Meine Personenmarke und „Ich“ sind mittlerweile ein ziemlich eingeschweißtes Team und steuern gemeinsam unsere Handlungen, um einerseits viel Freude miteinander zu haben und andererseits in der Außenwirkung zu polarisieren.
Am Anfang der Selbstständigkeit sind wir in manchen Momenten voneinander getrennt gewesen.
Das „Ich“ hatte Angst sich persönlich zu zeigen, weil die Marke meinte, dann wäre man nicht seriös genug. Zum Glück ist die Markenbildung eine lange Reise zu sich selbst; bei der man immer besser wird, wenn die Persönlichkeit authentischer wird.
Momentan sitzen wir beide verliebt auf dem Sofa, knabbern Chips und holen uns Inspirationen für die nächste verrückte Idee bei der Sesamstraße: „Wie bringt man Humor in die Marke?“, fragen wir uns beide …

Meine Reise zu einer humorvollen Personenmarke

„Du bist echt ne Marke B“, so lautete der Lieblingsspruch meines bettlägerigen Opas Heinrich, wenn ich ihn im großelterlichen Schlafzimmer besuchte.
Über seine Worte konnte ich bereits als Fünfjährige im Schaukelstuhl stundenlang philosophieren. „Irgendwie muss Markenbildung etwas Lustiges sein und mit uns Menschen zu tun haben.“ Wofür das B stand, habe ich bis heute nicht herausgefunden. Vielleicht für Branding?
Später als BWL-Studentin und anschließend als Personalreferentin in der chemischen Industrie habe ich meinen Ulrike-Humor regelrecht eingestampft: „Wer seriös Bewerber einstellen will oder in Betriebsratsversammlungen punkten muss, trennt sich ein besser von seiner Persönlichkeit und spielt lieber eine Rolle.“
Das einzig Witzige in dieser Zeit war, dass in meinem Einzelbüro ein bunter Paradiesvogel an der Wand hinter mir hing. Ich glaube, dieses Plakat hat in den 90er Jahren mein Unterbewusstsein ausgesucht. Anders kann ich mir das heute im Rückblick nicht erklären.
Zur dieser Zeit bin ich als Angestellte eine semi-glückliche Marke gewesen; mit meinem Idealismus im beginnenden Zeitalter von „Lean Management“ und „Kaizen“ und meinem Hang zum Visionären beschloss der Paradiesvogel in die Selbstständigkeit auszufliegen.

Was mein Humor mit meiner Marke zu tun hat

„Persönlichkeit ist das Einzige, was uns von anderen Anbietern unterscheidet, weil Produkte immer austauschbarer werden“, das empfehle ich als Markenberaterin nicht nur meinen Kunden, sondern auch mir selbst. 🙂
Meine Persönlichkeit sprudelt an guten Tagen voller witziger Ideen. Wenn ich meinen Humor beschreiben müsste, ist er vor allem selbstironisch, verspielt und mag Unsinn. Er ist nicht zynisch oder wertet andere Menschen ab. Mein Humor mag Stilbrüche; die man vielleicht erst auf den zweiten Blick erkennt. Genauso bin ich als Mensch und genau das bringe ich sichtbar in meine Personenmarke ein.
Wer auf meine Webseite geht, sieht die kleinen Stilbrüche: Eine Enzelunternehmerin mit blauen Gummistiefel, mit zerzausten Haaren, einer Retro-Schreibmaschine und als Logo ein Uhu. (Disclaimer: Der Uhu und ich tragen dieselbe Kurzhaar-Friseur). Und wo immer es geht, versuche ich auf meinen Social-Media-Kanälen wie Twitter, Facebook, Instagram entweder humorvoll zu posten oder Witziges zu teilen.

Gerade in den ersten Jahren der Selbstständigkeit macht man ja oft mal komische Dinge oder gerät in peinliche Momente: Mit welchem Schwank aus deiner Business-Jugend würdest du mich zum Lachen bringen?

Auch in meiner Kolumne Lieblingsmarke, in der ich andere Personenmarken vorstelle, finden meine Leser witzige Fragen rund ums Schreiben, Erfolg und Branding. Allen Interviewpartnern ist gemeinsam, dass der Hang zur Selbstironie überwiegt. Für mich eines der Gründe Frauen wie Dr. Kerstin Hoffmann, Susanne Ackstalller oder auch Frau Prof Dr. Elisabeth Heinemann in meine Kolumne einzuladen.
Humor ist für mich sogar feministisch, weil wir als Einzelunternehmerinnen erst selbstironisch sein können, wenn wir im Kopf frei sind, indem wir uns von gängigen Rollen gelöst haben. Ab diesem Break-Even-Punkt des Humors macht Business richtig Spaß!

Markenberaterin-Ulrike-Zecher

Markenberaterin Ulrike Zecher

Warum Personenmarke und Humor ein Alleinstellungsmerkmal ist

Wenn zwei Menschen denselben Witz haben, ist das wie ein Tinder-Match mit Happy End. Oder anders formuliert; Humor schafft Vertrauen, bindet uns wie das Kuschelhormon Qxytocin aneinander und schafft eine Gemeinschaft.
Ich selbst gehe zum Lachen auch nicht in den Keller, sondern tauche in meine Social Filterblase an. Hätte ich als Kundin die Wahl, ich würde mich immer für den humorvolleren Anbieter entscheiden (bei vergleichbarer Expertise).
Meine Kunden, die ich von der Markenberatung über Texte bis zur fertigen Webseite oft über mehrere Monate begleite, haben überwiegend (denselben) Humor.
Derselbe Witz gestaltet eine Geschäftsbeziehung vom ersten Beratungsgespräch bis zur fertigen Webseite viel lustiger und hilft enorm über Schwierigkeiten hinweg.
Somit wirkt Humor bei der Markenbildung wie ein Filter, die richtigen Kunden anzuziehen und vor allem an sich zu binden.
Im Netz gibt es die Mär,  dass die Aufmerksamkeit von Kunden/Lesern mittlerweile unter acht Sekunden liegt. Damit hätten wir eine geringere Aufmerksamkeit als Goldfische. Was ich in dieser Studie von 2015 allerdings vermisse: „Wer hat den Humor dieser Goldfische untersucht?“
Würden Goldfische wie auch Menschen sich nicht viel länger für eine Sache interessieren, wenn es einfach Spaß macht. Wenn man fühlt. „Hey, das ist jemand, der unterhält mich einfach großartig. Da will ich bleiben. Das bin zuhause.“
Mit Humor besteht daher die Chance, Kunden ein Stück Heimat im Digitalen zu geben, oder?

Warum die Beschäftigung mit dem Humor Scheiß-Arbeit ist

Wie ich eingangs geschrieben haben, sitzen meine Marke und ich seit Monaten auf dem Sofa und schauen uns verschiedene Formate an. Das reicht von Loriot über Sesamstraße bis zu Anke Engelke.
Mein Ziel für dieses Jahr ist, meinen Kunden den Blogartikel „Schreibcoaching von A bis Z“ in 26 bekömmliche kurze Videos anzubieten. Die Konzeption für dieses Videoreihe steht. Mit Hilfe von Frank Katzers Webinar habe ich meinen YouTube-Kanal Anfang des Jahres aufgefrischt.
Woran ich in den letzten Wochen allerdings bisher gescheitert bin, ist die Technik der YouTube-App. Und das ist überhaupt nicht lustig gewesen. Aus heiterem Himmel stimmte die Auflösung des Videos nicht, dann passte der Ton nicht zu meinen Lippenbewegungen oder die Beleuchtung im Homeoffice war nicht optimal.
Ich will ja keine Comedy drehen, sondern ich will mein Wissen als Schreibcoach lustig erklären.
Das ist Arbeit auf drei verschiedenen Ebenen: Format, Technik und Persönlichkeit. Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, dass das echt „harte“ Arbeit bedeutet. (Minimales Jammern des Backstage-Chores setzt gerade ein).

Es gibt also noch viel zu tun.
Da trifft es sich gerade gut, dass mir aus meinem tollen Netzwerk Jasmin Assen empfohlen wurde; Jasmin arbeitet als Voice und Video Coach und Ihr ahnt es schon, sie hat eine witzige und professionelle Webseite. Das Wichtigste, das Jasmin mir auf meiner Video-Reise mitgegeben hat:

Am Ende des Tages habe ich etwas zu sagen. Jasmin Assen

Der Blogartikel zum Konzept:

Schreibcoaching von A- Z
Ulrike Zechers Schreibcoaching-von-A-Z

Annäherung an den Ulrike Humor

Wie Anke Engelke gehe ich zum Lachen auch nicht in den Keller, sondern auf morgens zum Beispiel auf Twitter.
Humor fängt für mich erst einmal mit Beobachtung an und genau diese Eigenschaft trainiere ich jeden Tag sowohl in meinem Job wie auch im Alltag. Was ich von Anke gelernt habe ist, dass es ausreichend ist nur eine Kleinigkeit zu ändern. Hier im Beispiel die Bankangestellte, die dem Bankräuber eine Versicherung empfiehlt. 🙂

„Zum Lachen aus ‚m Keller – Humor an der Hochschule“, das sind acht Sketche mit Comedian und Entertainerin Anke Engelke von Nachwuchsregisseuren und -regisseurinnen der Kunsthochschule für Medien in Köln.“

Lernen und Unterhaltung – wie passt das?

Ich bin ein großer Fan der Sesamstraße, weil dieser Humor auf den ersten Blick so einfach scheint und auf den zweiten Blick ein Meisterwerk ist. Zu meiner Kindergarten- und Grundschulzeit haben Pädagogen darüber gestritten, ob Kinder diesen „gefährlichen Mist“ überhaupt sich anschauen dürfen. Wie du mit diesem Blogartikel erfährst, hast diese Reihe bei mir zu ernsthaften Spätfolgen geführt.

Die ersten Schritte:

Das Beste an diesem ersten YouTube-Film ist der Witz mit den Äpfel und Bananen. 🙂 Der Ausschnitt, die Ausleuchtung und das Story-Board ist alles unperfekt. Ich habe mich trotzdem dafür entschieden, dass dieses Video zu veröffentlichen, um die als meine Leser mit auf die Reise zu nehmen.

Und vor allem, um ins TUN zu kommen.

 

Ich komme wieder als Witz versprochen. Und nicht als Kakerlake.

Dies ist mein Beitrag zur Blogparade von der Dr. Kerstin Hoffmann „Mein persönlicher Kommmunikationsmix“.

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Erst deine Persönlichkeit macht dein Business einzigartig. Ich begleite Einzelunternehmer durch den gesamen Prozeß auf ihren Weg zur #Lieblingsmarke. Von der Markenberatung, über Schreib-Coaching bis hin zur fertigen Webseite bekommst du alles aus einer Hand.