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	<title>Gesichter Archive - Ulrike Zecher – Markenberatung | Schreibcoaching</title>
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		<title>#Gesichter: Interview mit Susanne Ackstaller (Texterella)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ulrike Zecher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Sep 2023 04:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesichter]]></category>
		<category><![CDATA[Autorin]]></category>
		<category><![CDATA[Bloggerin 50plus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tada! Auf das Interview mit Susanne Ackstaller habe ich lange gewartet. Und ich finde, das Warten hat sich wirklich gelohnt. Dieses Interview inspiriert besonders Frauen, die mit Freude, Leichtigkeit und einem Lächeln auf den Lippen älter werden möchten. In Susis zweitem Buch, &#8222;Auf das Leben&#8220;, dreht sich daher alles um das Glück. Susanne ermutigt uns [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ulrikezecher.de/interviews/susanne-ackstaller-texterella">#Gesichter: Interview mit Susanne Ackstaller (Texterella)</a> erschien zuerst auf <a href="https://ulrikezecher.de">Ulrike Zecher – Markenberatung | Schreibcoaching</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Tada! Auf das Interview mit Susanne Ackstaller habe ich lange gewartet. Und ich finde, das Warten hat sich wirklich gelohnt. Dieses Interview inspiriert besonders Frauen, die mit Freude, Leichtigkeit und einem Lächeln auf den Lippen älter werden möchten. In Susis zweitem Buch, &#8222;Auf das Leben&#8220;, dreht sich daher alles um das Glück.</em></p>
<p><em>Susanne ermutigt uns Frauen jenseits der 50, uns von jeglichen Stereotypen freizumachen. Das Älterwerden mit offenen Armen zu begrüßen – schließlich gibt es wirklich keine bessere Alternative dazu. Warum also nicht mit über 50, 60, 70 neu durchstarten, sich neu verlieben und das Leben in vollen Zügen genießen?</em></p>
<p><em>Also, liebe Susi, stoßen wir auf dich an, auf unzählige weitere Jahre des Bloggens und ein langes, erfülltes Leben!</em></p>
<p><strong>Texterin für Finanzkommunikation. Mode- und Lifestyle-Bloggerin auf Texterella. Autorin. Kolumnistin. Wow, du jonglierst mit verschiedenen Geschäftsmodellen. Folgst du dabei eher deiner Intuition oder einer Marketing-Strategie?</strong></p>
<p>Weder noch. Es mag vielleicht unspannend klingen, aber vieles hat sich schlichtweg ergeben. Manchmal war es Glück, manchmal Zufall, manchmal war es einfach eine Chance, die ich ergriffen habe, als sie sich bot. Mir machen nunmal viele unterschiedliche Dinge Spaß, und so ist der etwas eigenartige Mix aus Finanzen, Investor Relations, Lifestyle und Mode entstanden.</p>
<h3><strong>Gibt es einen roten Faden in deiner bunten Business-Welt? Oder anders gefragt, wie machst du dich für deine Kundschaft sowie Leserschaft greifbar?</strong></h3>
<p>Das Schreiben. Worte sind mein kleinster gemeinsamer Nenner bzw. der roten Faden, ob nun als Wirtschaftstext oder als Modekolumne. Gefunden werde ich in erster Linie auf Social Media, sprich, durch Instagram oder über mein Blog texterella.de, oder auch über klassische Medien. Meine Wirtschaftskunden kommen tatsächlich in erster Linie über Empfehlungen: Ich bin auf Geschäftsberichte spezialisiert, da ist der Dienstleistermarkt sehr klein.</p>
<h3><strong>Wie hat dich deine Oma in Modefragen inspiriert? Sie war Schneiderin und nähte viel nach Schnittmustern von Burda-Moden – auch für dich.</strong></h3>
<p>Inspiriert wäre etwas übertrieben – eine Fashionista war meine Oma nun wahrlich nicht. Aber sie hat das Interesse geweckt: an Stoffen, am Nähen, an schöner, hochwertiger Kleidung – und vielleicht auch am Kreativsein überhaupt.</p>
<h3><strong>Hat dir deine Oma, Mutter, Vater oder Lieblingstante eine Lebensweisheit mit auf den Weg gegeben, die dich seitdem gut durchs Leben trägt?</strong></h3>
<p>Mein Vater sagte gerne: „Schwierigkeiten sind da, um überwunden zu werden.“ Früher fand ich den Spruch doof, aber mittlerweile mag ich ihn. Und ich halte es auch so. Von Problemen lasse ich mich nicht klein kriegen, sondern versuche sie zu lösen. Überhaupt stamme ich aus einer Familie mit viel Optimismus und hoher Resilienz, das hat mich sehr geprägt.</p>
<h3><strong>Spätestens mit der ersten Jeans ist es mit Burda vorbei gewesen. Kannst du dich an das Lebensgefühl erinnern, als du das erste Mal in eine Jeans geschlüpft bist?</strong></h3>
<p>Nein, konkret erinnern kann ich mich nicht, das ist ja auch schon ein paar Jahrzehnte her und so wichtig, war der Moment für mich dann wohl doch nicht. (lacht) Richtig entdeckt habe ich Jeans ohnehin erst, als Denim durch Elastan dehnbar wurde. Erst dadurch haben sie Einzug in mein Leben gehalten und sind seitdem nicht mehr wegzudenken.</p>
<blockquote>
<h3 style="text-align: left;"><span style="color: #ff00ff;">Schreiben, das ist für mich wie Atmen.</span></h3>
</blockquote>
<h3><strong>Du bloggst seit 2009 auf Texterella. Was hat sich in den 14 Jahren geändert, wenn du an die Qualität deines Contents (Text, Fotos und Videos) denkst?</strong></h3>
<p>Am Anfang habe ich sehr viel kürzere Beiträge geschrieben, dafür häufiger. Bloggen war ja ein bisschen wie Facebook. Oft waren es nur ein paar knackige Zeilen und ein Foto in einer Qualität, die ich heute nicht mehr veröffentlichen würde. Aber das sei mir verziehen: Smartphones mit guter Kamera gab es damals ja noch nicht, und eine Fotografin hatte ich ebenso wenig.</p>
<p>Heute plane ich sehr viel langfristiger: Zum einen, weil (Werbe-)Kooperationen mit Firmen Teil meines Geschäftsportfolios sind, und die müssen natürlich gebrieft, erstellt, abgestimmt und freigegeben werden. Zum anderen, weil ich fast alle Fotos mit einer professionellen Fotografin, <a href="https://martinakleinfotografie.de">Martina Klein</a>, mache.<br />
Kurz: Der Content – vom Text bis zu den Fotos – ist sehr viel professioneller geworden, wie auch die ganze Branche.</p>
<h3><strong>Paris, Irland, Venedig – ich liebe deine Shootings an den schönsten Orten der Welt. Meistens begleitet dich die wunderbare Martina Klein auf deinen Reisen und fotografiert dich. Wie ist die Zusammenarbeit mit ihr entstanden?</strong></h3>
<div id="attachment_27917" style="width: 210px" class="wp-caption alignright"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-27917" class="size-medium wp-image-27917" src="https://ulrikezecher.de/wp-content/uploads/Susanne_Ackstaller_Gesichter-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /><p id="caption-attachment-27917" class="wp-caption-text">Susanne Ackstaller<br />Fotocredit: Martina Klein</p></div>
<p>Ich kannte Martina schon von Instagram und bewunderte ihre schönen Fotos – dass sie nicht nur als Bloggerin, sondern auch als Fotografin arbeitete, wusste ich allerdings gar nicht. Großes Glück plus das Quäntchen Zufall, das aus meiner Erfahrung bei wichtigen Dingen im Leben immer eine Rolle spielt, haben uns dann zusammengebracht, als ich auf meine erste richtige Fotoreise nach Irland ging und ich noch dringend eine Fotografin dafür brauchte.</p>
<h3><strong>Blogartikel, Buch, Kolumne und Instas– wie motivierst du täglich zum Schreiben? Brauchst du bestimmte Rituale? Hast du einen Lieblings-Ort? Nimm uns doch einfach hinter deine Schreib-Kulissen mit …</strong></h3>
<p>An schönen Orten macht das Schreiben natürlich doppelt viel Spaß. Aber nein, eigentlich brauche ich keine Motivation. Schreiben, das ist für mich wie Atmen. Und wenn es manchmal tatsächlich nicht klappt, richtet es die drohende Deadline.</p>
<h3><strong>Chapeau! Verrate meiner Leserschaft, wie du zu deinem ersten Buchprojekt gekommen bist. Der Verlag hat dich ja entdeckt.</strong></h3>
<p>Nun, ich war für einen Schreibworkshop auf Zypern und saß gerade bei einem Glas Rosé auf der Terrasse des Strandhotels, in dem ich ein Zimmer gebucht hatte. Als ich meine Mails abrief, war auch eine Nachricht vom Knesebeck-Verlag dabei: Ob ich eventuell Interesse hätte, einen Stilratgeber für Frauen über 50 zu schreiben. Tatsächlich kannte mich die Pressefrau von ein paar Rezensionen, die ich über bei Knesebeck verlegte Bücher geschrieben hatte … aber dass daraus mal eine Buchanfrage entstehen würde – auf die Idee wäre ich nie gekommen.</p>
<p>Und was soll ich sagen: Natürlich hatte ich unglaubliche Lust auf diese Buchidee! Sie stand sogar schon seit einiger Zeit auf meiner Bucketlist! Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich an diesen Abend auf Zypern denke …</p>
<h3><strong>Eigentlich unglaublich: Wir Frauen ab 50 Jahren werden immer unsichtbarer. Wir verschwinden einfach. Ist dein Buch &#8222;Die beste Zeit für guten Stil“ daher auch eine Gegenbewegung zur anhaltenden Altersdiskriminierung?</strong></h3>
<p>Auf jeden Fall! Aber nicht nur mein <a href="https://www.knesebeck-verlag.de/die_beste_zeit_fuer_guten_stil/t-1/939">Modebuch</a>, sondern auch mein Blog texterella.de sowie meine Social-Media-Kanäle! Und natürlich mein neues Buch „Auf das Leben!“ – auch hier geht darum, dass es keinen Grund gibt, warum wir Frauen ab 45/50 plötzlich in der Versenkung verschwinden müssten.</p>
<h3><strong>Von der Altersdiskriminierung zum Pro-Aging: Wie gehst du mit dem eigenen Älterwerden um? Darf Frau überhaupt im Mode-Instagram-Filter-Universum überhaupt älter werden?</strong></h3>
<p>Wie ich damit umgehe? Ich akzeptiere es. Älterwerden ist Teil unseres Lebens. Auch die Influencerstars, die heute Mitte 20 sind, werden irgendwann 50, 60, 70 sein … so ist der Lauf des Lebens. Und ganz davon abgesehen ist es doch etwas Gutes und Schönes, älter zu werden. Man bedenke die Alternative!</p>
<h3><strong>Pubertät, junges Erwachsenen-Sein, Mutterschaft, Wechseljahre … unser weiblicher Körper wandelt sich ständig. Was magst du heute an dir/an deiner Figur besonders? Ist deine Selbstliebe in all den Jahren stärker geworden?</strong></h3>
<div id="attachment_27929" style="width: 210px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-27929" class="size-medium wp-image-27929" src="https://ulrikezecher.de/wp-content/uploads/Susanne-pretty-in-pink-6804-Kopie-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /><p id="caption-attachment-27929" class="wp-caption-text">Susanne Ackstaller<br />Fotocredit: Martina Klein</p></div>
<p>Puh, das ist eine schwierige Frage. Auch deshalb, weil ich nie ein begeistertes, sondern eher ein neutrales Verhältnis zu meinem Körper hatte. Ich war ja immer schon ein bisschen pummelig, aber ich habe Gott sei Dank früh gelernt, mich anzunehmen wie ich war und mich auch schön zu finden.</p>
<p>Es wäre allerdings gelogen, würde ich nun behaupten, meinen Bauch, mein beginnendes Doppelkinn und meine nicht mehr ganz so straffe Oberweite sonderlich schön zu finden. Aber ich mag mich, ich mag meinen Körper und vor allen Dingen bin ich dankbar dafür, gesund zu sein und sogar ohne große Beschwerden durch die Wechseljahre zu kommen.</p>
<h3><strong>Das Gute am Älterwerden ist, dass die Lebenszufriedenheit steigt. Vielleicht sogar das Glück. Liebe Susi, magst du uns schon ein bisschen etwas von deinem neuen Buch verraten? Ich glaube, es kommt am 21. September in den Buchhandel.</strong></h3>
<div id="attachment_27916" style="width: 217px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-27916" class="size-medium wp-image-27916" src="https://ulrikezecher.de/wp-content/uploads/Susanne-Ackstaller-Auf-das-Leben-207x300.jpg" alt="" width="207" height="300" /><p id="caption-attachment-27916" class="wp-caption-text">Susanne Ackstaller &#8222;Auf das Leben!&#8220; Cover-Illustration: Veronika Gruhl</p></div>
<p>Ja, angeblich ist das so. Angeblich werden Frauen ab 50 immer glücklicher. Hm. Meine persönlichen Erfahrungen sind anders. Ich habe das Gefühl, dass viele Frauen genau in diesem Alter ziemlich mit ihrem Leben hadern. Mit Anfang 50 verändert sich ja auch sehr viel: Die Kinder sind (mehr oder weniger) erwachsen und leben ihr eigenes Leben, die Wechseljahre stehen vor der Tür oder Frau ist schon mitten drin, der Lack blättert langsam, aber stetig.<br />
Gesund zu sein ist nicht mehr so selbstverständlich wie früher und plötzlich ist auch ein ganz neues Thema da: unsere eigene Endlichkeit. Das alles ist ganz normal – und dennoch stellen viele Frauen sich selbst und ihr Leben in Frage.</p>
<p>Mit <a href="https://www.knesebeck-verlag.de/auf_das_leben/t-1/1174">„Auf das Leben!“</a> möchte ich zeigen: Das Leben ist auch im dritten Drittel toll, bunt und aufregend! Es gibt so viel Gründe, glücklich älter zu werden. Dazu habe ich nicht nur eigene, sehr persönliche Kolumnen geschrieben, sondern auch 17 spannende Frauen interviewt, darunter Staatministerin Claudia Roth, Silvermodel Anna von Rüden und Bestseller-Autorin Lisa Graf – aber auch ganz „normale“ Frauen wie du und ich sind dabei, darunter auch eine Landwirtin und eine Ordensschwester. Allein diese spannenden Lebensgeschichten zu hören, aufzuschreiben und daraus ein Buch zu machen, hat mich inspiriert.</p>
<h3><strong>… die letzte Frage. Was wird noch mit 100 Jahren in deinem Kleiderschrank hängen?</strong></h3>
<p>Streifenshirt und Jeans. Und im Bad steht der rote Lippenstift. In Pariser Rot, du weißt schon …</p>
<p><strong>Liebe Susi, danke für deine ehrlichen Antworten und ein Prosit auf das Leben!<br />
Ihr wollt mehr von Susi lesen, dann folgt ihr auf <a href="https://www.instagram.com/textelle/">Instagram</a> oder stöbert in ihrem Blog <a href="http://www.texterella.de">Texterella.</a></strong></p>
<p>xxx</p>
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<p><em>Entdecke die Welt erfolgreicher Frauen über 50 in meiner neuen Interview-Reihe &#8222;<strong>Gesichter</strong> &#8222;! Tauche ein in faszinierende Geschichten rund um Marke, Marketing und Schreiben.</em><br />
<em>Meine Gästinnen nehmen dich mit auf eine ihre Reise durch ihre persönliche Entwicklung – von ihrem jungen Selbst hin zu erfolgreichen Autorinnen, Künstlerinnen, Selbstständigen oder Unternehmerinnen.</em></p>
<p><em>Erfahre, wie sie mutig Herausforderungen gemeistert und Hindernisse überwunden haben, um ihre Träume zu leben. Hierbei werden keine Details geschönt – du bekommst ehrliche Einblicke.</em></p>
<p><em>Nutze diese Gelegenheit, von diesen erfahrenen Frauen zu lernen und dich von ihren Erfahrungen beflügeln zu lassen. Du bist nicht allein auf deinem Weg  – zeig auch du dein Gesicht!</em></p>
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		<title>#Gesichter: Interview mit Tanja Deuß</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ulrike Zecher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 13:22:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesichter]]></category>
		<category><![CDATA[Branding]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografin]]></category>
		<category><![CDATA[Webseite erstellen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Projekte ohne die richtige Kooperationspartnerin ist für mich wie ein Sommer ohne Erdbeeren. Tanja Deuß von Knusperfarben und ich haben bereits mehrere Webseiten-Projekte gemeinsam erfolgreich gewuppt. Was Tanja und mich verbindet? Wir folgen beide demselben &#8222;Wozu&#8222;: Wir möchten die Persönlichkeit von Unternehmer*innen sichtbar machen, damit diese sich im Marketing-Einerlei abheben. Das gelingt Tanja als Fotografin für [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ulrikezecher.de/interviews/tanja-deuss">#Gesichter: Interview mit Tanja Deuß</a> erschien zuerst auf <a href="https://ulrikezecher.de">Ulrike Zecher – Markenberatung | Schreibcoaching</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Projekte ohne die richtige Kooperationspartnerin ist für mich wie ein Sommer ohne Erdbeeren.</p>
<p><strong>Tanja Deuß</strong> von Knusperfarben und ich haben bereits mehrere Webseiten-Projekte gemeinsam erfolgreich gewuppt.</p>
<p>Was Tanja und mich verbindet?</p>
<p>Wir folgen beide demselben &#8222;<strong>Wozu</strong>&#8222;: Wir möchten die Persönlichkeit von Unternehmer*innen sichtbar machen, damit diese sich im Marketing-Einerlei abheben.<br />
Das gelingt Tanja als Fotografin für Business-Fotografie und mir als Markenfrau sowie Schreibcoach. Gemeinsam mit der Kundin spinnen wir den roten Faden aus Branding, Text und Bilder-Content, damit jede Webseite aus einem Guss ist. Und ein Vergnügen für die Zielgruppe.</p>
<p>Ein Genuss ist auch Tanjas Wandlung von der angestellten Artdirektorin zur vielfältigen Kreativen und Künstlerin.</p>
<p>Liebe Tanja, danke für deine ehrlichen Antworten. Ich freue mich auf viele gemeinsame Business-Abenteuer mit dir!</p>
<h3><strong>Liebe Tanja, kannst du dich noch an den Moment erinnern, als du fühlest, dass du dich unbedingt selbstständig machen musst? Wenn ich mich recht erinnere, hast du damals in einer Werbeagentur gearbeitet?</strong></h3>
<p style="text-align: left;">Richtig. In einer entzauberten Werbeagentur als Artdirektorin für Print, Web und Film. Was als Berufsanfängerin wie der Himmel auf Erden erschien – und auch lange war – entpuppte sich mit langjähriger Berufserfahrung und Hintergrundwissen eher als Sackgasse.</p>
<p><strong>DEN</strong> Moment gab es nicht. Allerdings war es mein damaliger Chef, der mich quasi auf den Weg gebracht hat. Es war an einem Montag und wir trafen uns vor dem Konfi. Er schaute mich an und sagte: &#8222;Frau Deuß, sie sehen ja so entspannt und glücklich aus. Was ist passiert?“ Montags wohlgemerkt. Ächz!<br />
Und ich antwortete: „Ich habe gestern einen tollen Workshop gegeben. Mit kreativen Menschen und an einem Ort, wo mir das Herz aufgeht. Scheint noch zu wirken.“</p>
<p style="text-align: left;">Und so wurde mir klar, dass “the wonderful and amazing advertising-agency-universe” für mich ihren Zauber inklusive Sternenstaubglitzer verloren hat. Die Erkenntnis, dass Kreativität in den meisten Agenturen nur in minimal und gut verdaulichen Dosen erwünscht ist (außer der Kunde heißt Coca Cola), kam spät, aber sie kam. Ich hatte inzwischen viele Snickers verdrückt.<br />
Ich wollte enger mit meinen Kunden arbeiten. Ihnen selbst präsentieren, was in meinem Kopf entstanden ist. Im Austausch sein. Nicht von Beratern oder Geschäftsführern ausgebremst werden. Und ich wollte bei Mitarbeiter-Gesprächen nie wieder hören: &#8222;Frau Deuß, sie sind einfach nicht kreativ genug.&#8220; Natürlich gab es noch andere und unschönere Gründe. Darauf möchte ich nicht eingehen. Nur so viel: Führungsqualitäten fallen eben nicht vom Himmel. Wenn du weißt, was ich meine …</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4 style="text-align: center;"><em><span style="color: #ff6600;">&#8222;Kreativität äußert sich nicht nur in weltverändernden Kampagnen-Layouts.<br />
Es ist das Denken, das Fühlen, das Sehen. Das Tun!<br />
Das Aufsaugen von Inspiration und die Umsetzung, wenn es unbedingt raus muss.&#8220;</span></em></h4>
<h3></h3>
<h3>„<strong>Fotografin, Grafikerin, Artdirektorin, Geschichtenerzählerin, Schriftsetzerin, Sängerin, Selfpublisherin, Designerin und Künstlerin“, du liebst die Vielfalt.  Ist es dir leicht gefallen, dich als Künstlerin zu bezeichnen? Welche Hürden müsstest du überwinden, deinen Weg als Künstlerin zu gehen?</strong></h3>
<p>Ja, <strong>Vielfalt</strong> ist das Wichtigste für mich beziehungsweise Abwechslung.<br />
Warum ist es immer so ein Aha-Moment, wenn sich jemand als Künstlerin oder Künstler bezeichnet? Klar, nicht jeder Mensch ist ein Künstler. Dafür muss man, meiner Meinung nach, sein Handwerk verstehen und in der Lage sein, Emotionen zu visualisieren. Oder Situationen. Und dadurch begeistern und provozieren. Das kann ich. Punkt. Ich hatte Ausstellungen, Workshops und alles, was dazu gehört. Warum sollte ich mich nicht als Künstlerin bezeichnen?</p>
<p>Ich denke allerdings, dass du auf etwas anderes hinaus willst. Es ist nicht der Oberbegriff „Künstlerin“, der mich ausmacht und die Abwechslung ins Spiel bringt. Es ist die Kreativität. Ich bin Kreative. Die Hürde, diese Bezeichnung zuzulassen und mich so zu beschreiben, war viel höher.</p>
<p>Darf ich mehr machen als Grafik? Mehr als Fotografie? Musik? Gesang? Film? Illustration? Workshops geben? Hatten die Chefs in den Mitarbeitergesprächen doch recht?<br />
Dann der ganze Positionierungswahn, der mich als frische Selbständige überrollte. Das war herausfordernd.<br />
Klar müssen die Kundinnen wissen, was sie von mir bekommen und der Weg bis dato war auch richtig. Ich habe mich im Bereich Fotografie gut positioniert und bekomme auch meine Wunschkundinnen. Alles bestens. Aber es gibt da eben noch viel mehr, was ich für mich persönlich zulassen darf und MUSS! Jeder von uns sollte das dürfen! Ein Hashtag, den ich gern nutze ist #becreative.</p>
<p>Kreativität äußert sich nicht nur in weltverändernden Kampagnen-Layouts. Es ist das Denken, das Fühlen, das Sehen. Das Tun! Das Aufsaugen von Inspiration und die Umsetzung, wenn es unbedingt raus muss. Bei mir muss vieles raus. Also lasse ich es zu. Jetzt.<br />
Und ich hoffe, ich kann andere Menschen inspirieren, das ebenfalls zuzulassen.</p>
<h3><strong>Verrate doch meiner Leserschaft, wie du auf die Idee gekommen bist, Business-Fotografie für Frauen anzubieten? Was reizt dich an dieser Aufgabe?</strong></h3>
<div id="attachment_27535" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-27535" class="wp-image-27535 size-medium" src="https://ulrikezecher.de/wp-content/uploads/meyerkahlenCM4A8622_1920px-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /><p id="caption-attachment-27535" class="wp-caption-text">Bild: Anna Meyer-Kahlen</p></div>
<p>Das hat sich tatsächlich einfach so ergeben. Ich habe am Anfang viel ausprobiert. Wollte von <a href="https://www.instagram.com/knusperfarben_fotografie/">Businessfotografie</a> nichts mehr wissen. Da hat mich die Agentur mit ihren Chefetagenkunden nicht positiv geprägt. Es kam nur private Fotografie in Frage. Aber ich konnte natürlich nicht aus meiner Werberhaut.</p>
<p>Hochzeits- und Familienfotografie ist nicht mein Ding. Ich hatte nie eine intakte Familie und pompöse Hochzeiten sind mir ein Graus. Dokumentarische Fotografie war mein Begehr, aber das war damals noch überhaupt nicht Up-to-Date. Zum Glück ändert sich die Situation gerade. Bei diesem ganzen heile Familienwelt-Gequatsche und Mutter-Kinder-Papa-vor-Traumkulisse-Fotos rollen sich bei mir die Fussnägel auf. Und die Hochzeitsfotografie ist eine Industrie für sich, die wenig mit Glück zu tun hat. Da geht es unter dem Deckmäntelchen der perfekten Inszenierung ums knallharte Geldverdienen. Für mich ist das nichts. Show, Show und noch mal Show.</p>
<p>Trotzdem habe ich alles ausprobiert, denn das war mir in dem Ausmaß damals einfach nicht klar. Und ich habe ich viele wunderschöne Hochzeitsbilder gemacht. Zurück zur Businessfotografie.<br />
Bei jeder Frau, die ich vor die Kamera bekam, bemerkte ich die Unsicherheiten bis hin zu Angst. Und irgendwann dachte ich, dass das für mich doch ein guter Ansatz für Business-Frauen wäre. Gesagt, getan. Es kamen die Aufträge dafür und bei jeder Frau, die ich erfolgreich fotografierte, festigte sich das Wissen, dass dies der richtige Weg ist. Denn in dieser Welt bin ich Zuhause. Ich bin Frau und ich kenne die Businesswelt. Kenne die Probleme, die Frauen haben. Kann unterstützen und Hilfestellung geben. Perfekt!</p>
<h3><strong>Was ich an deiner Arbeit so bewundere, dass deine Bilder wirklich neugierig machen. Ich persönlich „hate“ diese Fotos, auf denen sich Unternehmerinnen mit verschränkten Armen vor einer Wand fotografieren lassen. Wie entwickelt du deine Ideen für ein Fotoshooting?</strong></h3>
<div id="attachment_27538" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-27538" class="wp-image-27538 size-medium" src="https://ulrikezecher.de/wp-content/uploads/meyerkahlenCM4A8991_1920px-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /><p id="caption-attachment-27538" class="wp-caption-text">Bild: Anna Meyer-Kahlen</p></div>
<p>Ideen entwickele ich immer mit meinen Kundinnen zusammen. Das kennst du ja aus eigener Erfahrung. Ich versuche, sie kennenzulernen. Ein gutes Foto muss – und hier entschuldige ich mich für diesen Ausdruck, denn er wird immer inflationärer genutzt – authentisch sein und die Markenbotschaft rüberbringen. Ich kann Kundinnen nur authentisch abbilden, wenn ich sie zumindest ansatzweise kenne und die Intentionen verstehe, die sie mit den Bildern sichtbar machen möchten.</p>
<p>Klar, diese Verschränkten-Arme-Bilder müssen auch mal sein, aber das hat ja nix mit kreativer Fotografie zu tun. Das ist ein Headshot für dies und das. Sagt nichts aus und wird absolut überbewertet. Das macht nicht neugierig, sondern müde.</p>
<p>Oftmals beginnen meine Kundinnen auch erst über das Bildkonzept nachzudenken, wenn ich sie drauf anspreche. Und hier sind wir beim Kern: ein Bildkonzept! Du und ich haben gemeinsam schon so einige Website-Konzepte mit eigener Bildsprache entwickelt. Aber das ist den meisten Kundinnen nicht klar. Text und Bild muss passen, wie die Faust aufs Auge. Netter Übergang zu deiner nächsten Frage. 🙂</p>
<h3><strong>Die Augen sind das Tor zur Seele“, sagt man. Wie lockst du die magischen Momente aus deiner Kundschaft heraus, so dass ihre Augen strahlen. Und sich das Herz öffnet?</strong></h3>
<p>Ich versuche, eine Atmosphäre zu schaffen, die ruhig und sicher ist. Ich lasse sie immer sie selbst sein. Verlange es sogar. Keine Verkleidungen, keine Schauspielerei, bitte. Und dann schicke ich sie meist auf eine kleine innere Reise.<br />
Sobald klar ist, dass alles kann und nichts muss, entstehen die besten Bilder. Loslassen. Es ist „nur“ ein Fotoshooting. Aber auch eine Reise ins Ich. Wer es zulässt, hat einen Haufen toller Bilder von sich.<br />
Außerdem gebe ich auch viel von mir Preis. Es ist ein bisschen wie bei Hannibal Lecter: &#8222;Quit pro quo, Clarice!&#8220;. Vertrauen gegen Vertrauen.    „</p>
<h3><strong>Gesichter“ heißt meine Interview-Reihe. Als Fotografin darfst du in viele Gesichter blicken. Wann ist für dich ein Gesicht schön? Glaubst du an die innere Schönheit?</strong></h3>
<p>Absolut! Allerdings störe ich mich etwas an dem Begriff „<em>schön</em>“. Wer definiert schön? Was ist schön? Experten definieren es nach Symmetrie. Je symmetrischer ein Gesicht ist, als umso schöner wird es empfunden. Wie langweilig. Für mich muss ein Gesicht interessant sein. Charakter haben. Jedes Gesicht und jeder Körper ist interessant und erzählt seine Geschichte. Deine Reihe wäre ja ebenso langweilig, wenn du nur schöne Gesichter mit schönen Geschichten sehen und hören würdest. Braucht kein Mensch. Die Ecken und Kanten machen uns aus. Mit ihnen wollen wir uns identifizieren oder von ihnen lernen.</p>
<p>Die innere Schönheit ist natürlich untrennbar mit Selbstakzeptanz und Selbstliebe verbunden.</p>
<h3><strong>Und wie gehts du mit dem Älterwerden deiner Kundschaft um? Wie gehts du mit dem eigenen Älterwerden um?</strong></h3>
<p>Gute Frage. Ich habe festgestellt, dass in der Tat Kundinnen meines Alters, also 50 plus gern zu mir kommen. Hier ist aber das Alter nie ein Problem. Ich biete alle Möglichkeiten an, bestmöglich auf einem Bild rüber zu kommen. Egal ob mit 20 oder 60 Jahren Lebenserfahrung. Ich höre auch nie: &#8222;Ich habe so viele Falten, kannst du die wegmachen?&#8220;<br />
Doch warte … das habe ich letztes Jahr einmal gehört. Und zwar von einem Mann! Ich bin fast hinten über gefallen.</p>
<p>Ich habe ein feines Gespür dafür, was Frauen an sich mögen und was nicht. Ich retuschiere auch. Aber niemals so, dass es auffällt. Minimalinversive Hilfestellung, würde ich sagen.</p>
<p>Ich für mich selbst bin mit dem Thema gerade etwas unentspannt. Alt werden ist nichts für Feiglinge, aber wir können es nicht ändern. Und wir werden ja auch nur einmal älter. Ich entdecke Fältchen und Wehwehchen, von denen Oma mir manchmal erzählt hat. Krass!<br />
Und natürlich muss ich überlegen, wo die Reise im Alter beruflich hingehen soll. Ich bin bekannt dafür, dass ich bei Fotoshootings immer die beste Perspektive suche. Dafür klettere ich auf Bäume und lege mich auf den Boden in den Matsch. Das fällt mir in der letzten Zeit nicht mehr so leicht.</p>
<p>Zum Glück habe ich mehrere Standbeine. Die Grafik macht bei mir fast 80 % des Umsatzes aus. Aber ich möchte die Fotografie nicht aufgeben. Von daher versuche ich mich an dem, was für mich Sinn macht. Workshops zum Thema Fotografie und SocialMedia/Marketing. Ich liebe das. Und fühle mich jetzt bereit, diese Themen auch weiterzugeben. Ich möchte das mit Frauen-Networking kombinieren. Bin mit meinen Überlegungen noch nicht fertig aber da zeichnet sich eine Menge ab.</p>
<p>Und bis dahin komme ich bestimmt auch mit meinen Falten klar. Der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier.</p>
<h3><strong>Du bist stark mit dem Düsseldorfer-Süden verwurzelt. Welche Bedeutung hat Heimat für dich? Ist sie die Basis für deine Kreativität? Oder sind es eher die Reisen – zum Beispiel in deine Lieblingsstadt New York?</strong></h3>
<p>Auch hier: die Mischung macht’s. Ich wollte nie aus Düsseldorf weg. Aber immer reisen. Kulturen, Länder und Menschen kennen lernen.<br />
Dann „back to the roots“ ins Dörfchen an der Düssel und wieder Vater Rhein und Schiffe gucken.<br />
Ich brauche die Sicherheit meiner geliebten Heimat (inklusive Erinnerungen) und gleichzeitig die Freiheit andere Länder besuchen zu können. Ohne New York wäre vieles nicht passiert. Sie ist die einzige Stadt, in der ich mir vorstellen könnte zu arbeiten und zu leben. Leben vielleicht in der Nähe. Aber arbeiten auf jeden Fall in Manhattan oder Brooklyn.</p>
<h3><strong>Haha, großartig du bist auch ein Vivian Leigh-Fan. Leigh, die die legendäre „Scarlett OHara“ im „Vom Winde verweht“ gespielt hat. Gibt es eine Lieblingsstelle oder Zitat, das dich dein ganzes Leben begleitet</strong>.</h3>
<p>Ja. Im Gegensatz zu allen, die diesen Film als Liebesschnulze betrachten, war es für mich immer ein großartiger Frauenfilm. Wer, um Himmels Willen, braucht Ashley Wilkes und Rhett Butler? Mummy, Melanie, Scarlet und Tante Pittypat sind die Stars.<br />
Scarlett war mein Idol. Sie hat nie aufgegeben. Auch wenn sie unlautere Wege eingeschlagen hat … es muss eben manchmal sein, um am Leben zu bleiben und nicht abzurutschen.</p>
<p>Die Stelle, die mich am meisten beeindruckt hat, ist die, als sie aufs Feld hinausgeht (nachdem sie den Soldaten erschossen und in echter Frauengemeinsamkeit mit Melanie entsorgt hat), sich fast übergibt und sagt: „As God is my witness, as God is my witness they&#8217;re not going to lick me. I&#8217;m going to live through this and when it&#8217;s all over, I&#8217;ll never be hungry again. Not me nor any of my folks. If I have to lie, steal, cheat or kill. As God is my witness, I&#8217;ll never be hungry again!“<br />
Vielleicht pathetisch, aber in dem Moment wusste ich, dass ich alles erreichen kann. Die Frau hat die gleichen grünen Augen und den gleichen eisernen Willen. Aufgeben passt nicht zu uns. Auch wenn wir in den wichtigsten Momenten unseres Lebens immer ohne Taschentuch waren. 🙂</p>
<h3><strong>Und wo wir gerade bequem im Kinosessel sitzen. Wie ist der Name Knusperfarben entstanden?</strong></h3>
<div id="attachment_27536" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-27536" class="size-medium wp-image-27536" src="https://ulrikezecher.de/wp-content/uploads/2551103591_195bf19983_o-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /><p id="caption-attachment-27536" class="wp-caption-text">Bild: Tanja Deuß, privat, New York</p></div>
<p>Ich höre das Popcorn knistern. Es hat allerdings eher was mit Flugzeugsitzen zu tun.</p>
<p>Als ich 2008 das erste Mal in New York war, entstanden viele analoge Bilder im Mittelformat. Also auf Film. Ich glaube, es waren um die 40 Rollen.</p>
<p>Auf dem Rückflug hatten sich drei Rollen ins Handgepäck verirrt und wurden vom Scanner bestrahlt. Sie entwickelten so eine sehr eigene Optik. Satt, gelb und körnig. Und auf der damaligen Fotoplattform meiner Wahl kommentierte ein Fotokumpel: &#8222;Die sehen ja voll knusprig aus!&#8220;</p>
<p>Ich mag es knusprig. Ich liebe es, in knuspriges Brot zu beissen. Eine rundum positive Assoziation. So wurde <a href="http://www.knusperfarben.de">KNUSPERFARBEN</a> geboren. Eigentlich nur für meine Hobby-Seiten gedacht aber der Name hatte sich Nullkommanix in viele Hirnwindungen hinein geschummelt und alle fanden den Namen prima und wiedererkennbar.</p>
<p>So ist er also geblieben und es knuspert weiter im Foto- und Grafikhäusschen.</p>
<h3><strong>Vom Kinosessel in die Zukunft: ChatGPT, Jasper, Midjourney– wie ist deine Meinung zur Künstlichen Intelligenz? Setzt du die KI in deiner Arbeit schon ein.</strong></h3>
<p>Oh, ich finde es meeeega spannend. Und habe erst mal abgewartet, wann es für mich interessant wird. Und wann ich einen Kopf dafür habe. ChatGPT habe ich zweimal ausprobiert.<br />
Konnte damit aber nichts anfangen und werde es nicht nutzen. Ich kann allerdings nachvollziehen, dass Firmen das Tool enorm ausprobierwürdig inspizieren.</p>
<p>Meine kreativen Nervenstränge rebellieren allerdings, wenn ich etwas zu Papier bringen würde, was nicht von mir ist. Was nicht heißt, dass ich nächstes Jahr sage: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Merkt ja eh keiner. Vielleicht schreibe ich einfach zu gern.<br />
Ähnlich ging es mir zunächst mit Midjourney. Das, was ich von anderen Fotografen sah, fand ich überhaupt nicht gut.<br />
Inzwischen bin ich tiefer in das Tool eingestiegen und begeistert. Nicht wegen der Bilder sondern wegen der Art der Inspiration, die es mir liefert. Gerade im Bereich Illustrationen.<br />
Und natürlich hatte ich arge Bedenken wegen der Nutzungsrechte aber mit dem Bezahl-Account bin ich da auf einer relativ sicheren Seite.</p>
<p>Es ist zeitaufwändige Arbeit, das Tool so zu bedienen, dass das richtige Ergebnis für mich erzielt wird. Wer denkt, dass man einfach was eingibt und mit einem super Resultat konfrontiert wird, täuscht sich. Ich lerne von der KI und die KI von mir. Ich lerne, was ich als „prompt“, also als Befehle eingeben kann. Anfangs war ich total verwundert, wo einige Objekte herkamen. Da ich auf Englisch arbeite, gibt es natürlich viele Doppeldeutigkeiten.</p>
<div id="attachment_27544" style="width: 280px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-27544" class="wp-image-27544 size-medium" src="https://ulrikezecher.de/wp-content/uploads/schreibcoach-Zecher-interviewt-Tanja-Deuss-270x300.jpg" alt="" width="270" height="300" data-wp-editing="1" /><p id="caption-attachment-27544" class="wp-caption-text">Bild: Tanja Deuß, Illustration</p></div>
<p>Midjourney macht gefühlt jede Stunde Fortschritte. Die Updates kommen Schlag auf Schlag. Wo das hinführt? Ich habe keine Ahnung aber jeder Fotograf oder Grafik-Designer sollte sich damit beschäftigen, um nicht abgeschlagen hinter allen anderen herzulaufen.<br />
Ich habe keine Angst, dass mir das Tool die Aufträge klaut aber es wird eine große Veränderung im kreativen Business entstehen. Und das finde ich gut. Weiterentwicklungen waren nie falsch. Aber: BE PART OF IT!</p>
<p>Wenn ich von Illustrationen spreche, kannst du dir das so vorstellen: Ich habe eine Illu-Idee und gebe sie in die Maske ein. Inzwischen habe ich meine festen Parameter und ergänze sie immer nur. Das mache ich sogar unterwegs auf der App. Idee? Nicht lange warten. Rasch eingeben und Zuhause nachschauen, was dabei raus gekommen ist. Endcool! Ausarbeiten oder verwerfen. Wenn dann nach vielen, vielen Versuchen das Bild rauskommt, was meinen Vorstellungen am nächsten kommt, lade ich es mir herunter. Allerdings beginnt dann erst die richtige Arbeit. Natürlich möchte ich Vektorgrafiken erstellen und keine umperfekten pngs.<br />
Ich nehme sie also als Vorlage und gebe dann noch meinen eigenen Grafiksenf hinzu. Meist sieht das Ergebnis völlig anders aus. So kann ich entspannt damit leben, denn am Ende hat die KI mich inspiriert und ich habe meine Idee umgesetzt. Ist doch super! Gerade die kleinen vermeintlichen KI-Fehler haben mich auf weiterführende Ideen gebracht. Ich liebe es, wenn das Wasser auf einmal oben und pink und nicht blau ist. Who cares? Das Programm hat gute Ideen. Nur in der Umsetzung hapert es eben noch. Noch!</p>
<p>Mit den fotorealistischen Bildern kann ich nach wie vor nicht wirklich etwas anfangen. Klar habe ich auch das ausprobiert. An Situationen, die ich selbst nicht inszenieren könnte. Menschen in Mondlandschaften und Unterwasseraufnahmen. Wale, Tiere, Fabelwesen. Ist alles sehr cool aber nichts für mich. Muss ich auch nicht zeigen. Da ist zu wenig von mir selbst drin und viel zu viel von irgendwelchen Games. Nette Spielereien.</p>
<p>Übrigens hat letztens ein Midjourney-Bild einen Fotowettbewerb gewonnen.<br />
(www.geo.de/wissen/ki-gewinnt-award-mit-sensationeller-fotografie-33283242.html)<br />
Der Creator hat sehr offen auf seine Website hingewiesen und nicht verschwiegen, dass er mit KI arbeitet. Nun … das hat die Jury aber erst hinterher verstanden und es trotzdem zugelassen.<br />
Wenn man das Bild mit ungeübten Augen betrachtet, kann das passieren. Bei einer Jury, die mit Wetplate-Verfahren vertraut sein müsste, würde ich allerdings einen Grad an Wissen voraussetzen.<br />
Wäre das Bild im echten Wetplate-Verfahren entstanden, könnte ich den Sieg nachvollziehen. Das wäre große Handwerks- und Fotokunst. So leider nicht.</p>
<h3><strong>Letzte Frage: Welche liebevollen Rat würdest du deinem jüngeren 20-jährigen-Ich mit auf die Reise geben?</strong></h3>
<p>Ah, die berühmte Frage.<br />
Ich würde sagen: mach alles so, wie du meinst. Alle Entscheidungen sind okay. Alle Wege richtig.</p>
<p>Ich weiß ja, dass ich jetzt gerade sehr zufrieden mit mir und meinem Leben bin. Wo wäre ich, wenn da was anders gelaufen wäre? Wenn ich die ganzen Struggles nicht erlebt hätte? Alles ist gut, wie es ist! Das habe ich von meiner Lavalampe gelernt. Ganz ohne KI.</p>
<p>(Vorschau-Bild Blogartikel: Anna Meyer-Kahlen)</p>
<p><em>Entdecke die inspirierende Welt kreativer Selbstständiger mit meiner neuen Interview-Reihe „<strong>Gesichter</strong>“! Tauche ein in faszinierende Geschichten und spannende Insights rund um Marke, Marketing und Schreiben. Meine Gästen nehmen dich mit auf eine Reise durch ihre persönliche Wandlung – vom jungen Ich zum erfolgreichen Business-Profi. Erfahre aus erster Hand, wie sie Herausforderungen gemeistert und Hindernisse überwunden haben, um ihre Träume zu verwirklichen.</em><br />
<em>Nutze die Gelegenheit, von den Besten zu lernen und lass dich dabei beflügeln!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ulrikezecher.de/interviews/tanja-deuss">#Gesichter: Interview mit Tanja Deuß</a> erschien zuerst auf <a href="https://ulrikezecher.de">Ulrike Zecher – Markenberatung | Schreibcoaching</a>.</p>
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		<title>#Gesichter: Interview mit Katinka Kulens Feistl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ulrike Zecher]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Feb 2023 18:22:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesichter]]></category>
		<category><![CDATA[Autorin]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstverlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://ulrikezecher.de/interviews/katinka-kulens-feistl">#Gesichter: Interview mit Katinka Kulens Feistl</a> erschien zuerst auf <a href="https://ulrikezecher.de">Ulrike Zecher – Markenberatung | Schreibcoaching</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>37 Grad. Das letzte Wochenende im Juli. Aufgeregt sitze ich in einem Workshop-Raum im Kölner Süden. Plötzlich betritt eine Frau mit einem Schlapphut den Raum. „Das kann ja lustig werden“, denke ich. Lehne mich zurück und freue mich auf meinen ersten Comedy-Workshop.   So fühlte sich die erste Begegnung mit Katinka Kulens Feistl an.</p>
<h3><strong>Ulrike: Herzlichen Glückwunsch, liebe Katinka. Du hast deinen ersten autobiografischen-belletristischen Roman geschrieben: &#8222;My Lovely Shame&#8220;.<br />Ich springe direkt mal ins Thema rein: Regisseurin von 20 Spielfilmen, erfolgreiche Drehbuch-Autorin und jetzt Erst-Autorin! Jetzt bin ich neugierig geworden; erzähle meiner Leserschaft von deiner Reise zur Autorin. Und weil wir gerade dabei sind: Stelle dich gerne direkt selbst vor. </strong></h3>
<p><div id="attachment_27274" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-27274" class="size-medium wp-image-27274" src="https://ulrikezecher.de/wp-content/uploads/lieblingsbild-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /><p id="caption-attachment-27274" class="wp-caption-text">Autorin Katinka Kulens Feistl</p></div></p>
<p>Hallo liebe Ulrike, vielen Dank für dieses Interview.<br />Ich bin Katinka Kulens Feistl, Regisseurin und Storytellerin. Mein Leben lang wollte ich nichts anderes machen, als Geschichten erzählen, Geschichten hören, in Geschichten kommunizieren. Ich verstehe das Leben auch nur in Form von Geschichten. Also vermutlich ist meine emotionale Intelligenz sehr ausgeprägt, denn dass ist es ja, was die eigentliche Kraft von Geschichten ausmacht. Es geht um Gefühle, um die Macht unserer Emotionen.<br />17 Jahre lang habe ich Spielfilme gedreht, fast immer Auftragsarbeiten für das deutsche Fernsehen. Dabei durfte ich ungeheuer viel lernen und viele Kontakte knüpfen. Aber irgendwann habe ich auch gemerkt, es reicht mir nicht mehr, die Inhalte zu erzählen, die andere kreiert haben. Ich fühlte mich fremdbestimmt ein Stück weit, denn das Leben, so wie ich es erlebe, ist viel vielfältiger, interessanter und bizarrer, als es in deutschen Fernsehfilmen erzählt wird.<br />Und so hat mich mein Weg dann weg von fiktionalen „Stoffen“ hin zu „wahren Geschichten“ geführt. Zu meinen eigenen Geschichten und zu den Geschichten der Teilnehmer*innen meiner Workshops. Ich wurde Gründerin meines Startups „Use your Story“ und Autorin meines ersten Buches „My lovely Shame“.</p>
<h3></h3>
<blockquote>
<h3 style="text-align: center;"><span style="color: #ff00ff;">Schuld bedeutet, dass man sich schämt für etwas, was man getan hat.</span><br /><span style="color: #ff00ff;">Scham bedeutet, dass man sich über sich selbst schämt, so wie man ist.</span></h3>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>In deinen 13 Stories, die du in Anlehnung an wahre Begebenheiten geschrieben hast, dreht sich alles um das Thema Scham. Also ich glaube, dass das Thema in unserer Gesellschaft „schamhaft“ besetzt ist.<br />Was hat dich inspiriert, ein Buch über Scham zu schreiben? Und wo wir gerade dabei sind: Wie definierst du Scham im Kontext deines Buches? Inwieweit glaubst du, dass Scham ein universelles menschliches Gefühl ist?</strong></h3>
<p><div id="attachment_27272" style="width: 223px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-27272" class="wp-image-27272 size-medium" src="https://ulrikezecher.de/wp-content/uploads/My-Lovely-Shame-213x300.jpeg" alt="" width="213" height="300" /><p id="caption-attachment-27272" class="wp-caption-text">Katinkas Buch &#8222;My Lovely Shame&#8220;</p></div></p>
<p>Ja, Scham ist wahnsinnig schamhaft besetzt. Anfangs als ich von dem Projekt gesprochen hatte, haben die Leute oft zu Boden geschaut und gesagt, nein, Scham, nein das sei nicht ihr Thema. Ganz schnell habe ich gelernt, dass ich das Thema für andere Menschen nur interessant machen konnte, wenn ich es humorvoll, und ja, auch glamourös, angehe.</p>
<p>Schuld bedeutet, dass man sich schämt für etwas, was man getan hat.<br />Scham bedeutet, dass man sich über sich selbst schämt, so wie man ist.</p>
<p>Sich zu schämen dafür, wie ich bin, ist eines der schlimmsten Gefühle überhaupt. Es hat eine sehr niedrige Energie und macht Persönlichkeitsentfaltung fast unmöglich. Denn wer sich schämt, versteckt sich und zeigt sich nicht. So jemand kommt quasi nicht vor. Daher ist es super wichtig, Scham-Themen anzugehen und aufzulösen. Nur so ist es möglich, in die Selbstliebe zu kommen. Und die eigene Superkraft zu entdecken.<br />Das alles wusste ich aber damals nicht, als ich mit dem Buch anfing. Es war Corona, ich traf einen wunderbaren Storytelling-Lehrer aus Los Angeles, Mark Travis, und schrieb meine erste Schamgeschichte über etwas, was ich 25 Jahre niemandem erzählt hatte aus lauter Scham. Und puff, die Scham war weg und eine faszinierende Geschichte war entstanden.<br />Da dachte ich, wow, ist das geil, das mache ich jetzt mit allen wichtigen Scham-Themen in meinem Leben. Vielleicht steckt ja hinter jeder Scham so eine Geschichte. Und so war es auch.</p>
<p>Ich wusste zu dem Zeitpunkt nur, dass ich mich ständig schämte und mir alles peinlich war. Und daß dieses Gefühl sich anfühlte, als würde ich mit angezogener Handbremse durch mein Leben fahren. Das wollte ich nicht mehr.</p>
<p>Aber, was ich dann alles entdeckt habe, darauf war ich nicht gefasst: Nur indem ich mich mit meiner vermeintlich größten Schwäche „my lovely shame“ befasst und etwas Wunderschönes daraus gemacht habe, konnte ich meine wahre Kraft entdecken.</p>
<blockquote>
<h3 style="text-align: center;"><span style="color: #ff00ff;"><em><strong>„Und das Leben war ohnehin das schönste Geschenk, das sie mir gemacht hatte.“</strong></em></span></h3>
<p>&nbsp;</p>
</blockquote>
<h3><strong>Mich persönlich hat die Geschichte über deine Mutter sehr berührt. „Und das Leben war ohnehin das schönste Geschenk, das sie mir gemacht hatte.“ Beim letzten Satz musste ich weinen …  Du schreibst sehr persönlich über deine Eltern, Ex-Freunde, dein berufliches Netzwerk und deine Sexualität. Welche Story ist dir besonders schwer gefallen, zu schreiben?</strong></h3>
<p>Also, ich liebe alle meine Geschichten, ihnen verdanke ich, dass ich mich neu in meine Leben verlieben konnte. Und mein Leben hat einen anderen Sinn und eine andere Bedeutung bekommen, dadurch dass ich sie in kurze Geschichten gepackt habe.</p>
<p>Trotzdem waren manche Geschichten einfacher als andere. Zum Beispiel die Geschichte über meine Mutter war aufwendig, denn ich wollte die ganze Komplexität unserer Beziehung in einer Kurzgeschichte einfangen. Die Liebe, die Wut, die Trauer – auch die Schönheit und die Symbiose unserer Beziehung. Ich habe lange nach dem EINEN Ereignis gesucht, anhand dessen ich diese Beziehung erzählen konnte.</p>
<p>Dafür sind mir die beiden Kapitel über meinen Vater viel einfacher gefallen, seltsamer Weise, obwohl ich zu ihm eine viel schwierigere Beziehung habe. Beide Kapitel habe ich in einem Rutsch niedergeschrieben. Und musste kaum nacharbeiten.</p>
<p>Schwer ist mir auch die Geschichte „Waghalsige Audrey“ gafellen, da war ein Trauma vergraben. Etwas, was ich mir lange nicht angeschaut und was ich beim Schreiben nochmals anders verstanden habe. Damals als junge Frau habe ich mein erstes Drehbuch verraten, weil ich so unter Druck stand und Angst hatte, der Film würde nicht gemacht. Das hat damals einen riesigen Einfluß auf meine Karriere gehabt. Und das hat mich im Nachhinein sehr berührt. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn ich damals mein Drehbuch genommen hätte und gegangen wäre?<br />Aber ich wusste es damals nicht besser. Es gibt auch viel Vergebung in diesem Buch. Vor allem mir selbst musste ich oft vergeben, dass ich bestimmte Dinge zu verschiedenen Zeiten nicht besser wusste.</p>
<h3><strong>Und wie hat dein Umfeld reagiert? Auf deine Autorenschaft? Auf dein Buch-Thema? Bei Künstler*innen schwebt ja immer die Frage im Raum: „Kannst du davon leben?“</strong></h3>
<p>Mein Umfeld hat positiv auf das Buch reagiert. Sie haben gespürt, wie wichtig es mir ist. Alle Menschen, die im Buch drin vorkommen &#8211; also die Wichtigen &#8211; haben es vorher gelesen und ihr Einverständnis gegeben. Das war wundervoll. Viele waren total neugierig darauf. Ich habe sogar eine verloren geglaubte Freundin dadurch zurück gewonnen.</p>
<p>Davon leben können? Es war immer mein Ziel, von dem, was ich mache, leben zu können. Es ist mir immer geglückt, obwohl mir so viele Menschen ungefragt oft falsch beraten haben: brotlose Kunst etc.<br />Als Regisseurin konnte ich gut von meiner Arbeit leben, ich hätte ab einem bestimmten Punkt sogar echt super viel Geld verdienen können. Aber dazu haben mich die „fiktiven Stoffe und Formate“ zu wenig gereizt.<br />Also Startup kann ich von meiner Arbeit leben. Als Autorin wird es noch etwas dauern. Aber ich bin mir sicher, das Buch wird seinen Weg in die Welt finden und einen Wahnsinns-Durchbruch erleben.<br />Wichtig ist: Verliere Dich nicht in fantastischen Träumen und lass Dich auch nicht klein machen von diesen ganzen Unkenrufern und Neidern.</p>
<p>Mach alles so gut Du kannst und dann werden sich immer Wege finden, wie Du damit Dein Geld verdienen kannst.</p>
<h3><strong>Viele Menschen träumen von einem Buch. Für ein Buch braucht es jede Menge Ausdauer, Disziplin und Selbstliebe. Wie bist du dein Buchprojekt konkret angegangen? Gab es feste Schreibzeiten? Wie hast du dich motiviert und Schreibhemmungen überwunden?</strong></h3>
<p>Weil ich von Anfang an wusste, das wird mein Herzens-Projekt, hier werde ich endlich alles so erzählen, wie ich glaube, dass es für meine Leser*innen beglückend ist, war ich hochmotiviert und super diszipliniert.<br />Ein paar Monate bin ich um 5 Uhr morgens aufgestanden, habe bis 8 geschrieben und habe dann mit meinem Startup und meinen Storytelling-Kursen Geld verdient. Beides war wichtig.</p>
<p>Ein paarmal bin ich für zwei Wochen in die Eifel gefahren und habe da intensiv gearbeitet. Und ich habe mir immer wieder Unterstützung von meinem Story-Mentor Mark Travis geholt. Das war teuer, ich habe da alles auf eine Karte gesetzt. Aber ich wusste ganz klar, das ist es, was ich immer machen wollte.</p>
<h3><strong>Deine Schreibstimme hat mich von ersten Moment in deine Geschichten hinein gezoomt. Wie hast du sie gefunden? – Welche Tipps für Erst-Autorinnen hast du, ihre Schreibstimme zu entwickeln? </strong></h3>
<p>Ja, meine ureigene Erzählstimme.</p>
<p>Ich habe von Anfang an so geschrieben, wie ich spreche. Also, ich habe nicht versucht, besser, literarischer zu sein. Sondern immer die Stimme meiner Seele sprechen lassen.<br />Natürlich habe ich dann viel bearbeitet, viele Bilder hineingearbeitet, ein paar Gags, Metaphern, Monolge und Dialoge. Und ich habe immer versucht, alles anhand von Ereignissen und Situationen zu erzählen.<br />Viele Schreibenden machen am Anfang folgenden Fehler: sie reflektieren, beschreiben und erklären viel zu viel. Anstatt einfach nur zu erzählen.</p>
<p>Und dann natürlich: ich schreibe Vieles in der Gegenwart. Das ist mein wichtigstes emotionales Instrument. Wenn Du aus dem Moment heraus schreibst, dann bekommt Deine Stimme eine emotionale Wucht und Unmittelbarkeit, die Du niemals erreichen kannst, wenn Du in der Vergangenheit erzählst.</p>
<h3><strong>Ein Buch erinnert ein bisserl an eine Geburt … Kannst du dich an den Moment erinnern, als du den letzten Satz in „My Lovely Shame“ geschrieben? Wie hast du dich in diesem Moment gefühlt? Hast du (dich) gefeiert?</strong></h3>
<p>Hm, es war nicht so sehr der letzte Satz, sondern das letzte Kapitel. Als ich das hatte, war ich unglaublich erleichtert. Ich wusste, so jetzt habe ich den Schlusspunkt. Ich finde das Ende einer Geschichte so wahnsinnig wichtig, denn das ist es, was im Kopf der Lesenden bleibt. Ich habe öfter geweint beim Schreiben.<br />Weil mich die Gefühle nochmal überrollt haben. Aber auch weil es mich so glücklich gemacht hat, endlich meine Wahrheit zu sprechen.<br />Und gerade im letzten Kapitel, gibt es ein paar Stellen, wo ich in meine Superkraft gefunden habe. Meine Wahrhaftigkeit. Und als ich das entdeckt habe, wusste ich: Mein Leben wird nie mehr sein, wie zuvor.</p>
<p>Erst beim Schreiben ist mir bewusst geworden, durch was für eine gewaltige Krise ich in den Jahren davor gegangen war: ich hatte meinen größten Wunsch losgelassen. Erst schreibend habe ich erst gemerkt, wie schmerzhaft das gewesen war.<br />Aber auch: wie gut hatte ich das gemeistert. Das hat mich glücklich gemacht zu sehen. Es war für etwas gut gewesen, und mir ging es jetzt viel besser. Ich hatte meinen Weg wieder gefunden. Das war überwältigend schön. Vermutlich hätte ich das nicht wahrgenommen, wenn ich nicht ein ganzes Buch darüber geschrieben hätte.</p>
<h3><strong>Selbstverlag oder Verlag? Was sind deine Argumente für den Selbstverlag gewesen? </strong></h3>
<p>Ich wollte nicht zwei Jahre lang Agenturen und Verlagen hinter her laufen.<br />Bei diesem Projekt wollte ich alles einmal so machen, wie ich es für meine Leser*innen am Besten hielt. Deshalb war ich von Anfang an skeptisch, ob ich die Zeit investieren sollte, um einen Verlag zu finden.</p>
<p>Dann habe ich drei Verleger, die ich kannte angesprochen. Die Antworte waren:<br />A: Super Idee, mach doch da einen fiktionalen Roman draus.<br />B: Super Idee, mach da ein Sachbuch draus.<br />C: Super Idee, mache da eine normale Biografie draus.</p>
<p>Da wusste ich, dass ich es dieses Mal selber machen würde.</p>
<p>Ich musste irre viel lernen über das Verlegen, aber es hat sich gelohnt. Und es ist wunderschön, bei einem Projekt alles selbst so gestalten zu können, wie ich wollte, nachdem ich Jahrelang so fremd bestimmt gewesen bin.</p>
<h3><strong>Ohne Marketing kann ein Buch schnell zum Ladenhüter werden. Wie vermarkest du dein Buch? Was fällt dir dabei leicht, was eher schwer? Hast du für meine Blogleser*innen eine geheime Marketing-Erfolgs-Formel?</strong></h3>
<p>Also, ich bin selbst noch voll im Lern-Prozess. Ich lerne immer beim Machen. Nur Lernen ist mir oft zu langweilig. Ich will es immer gleich umsetzen.<br />Eines weiß ich: Es wird eine ganze Weile dauern und ein Langzeit-Projekt werden, was viel Liebe und Sorgfalt braucht, weil es eben ein Buch ist, dass nicht in Schubladen passt. Ein Genre-Mix.<br />Ich habe bisher viel gelernt: vor allem, das es viele Versprechungen von allen Seiten gibt, ich habe viel Geld hinein gepumpt. Heraus gekommen ist dabei wenig.</p>
<p>Mir ist klar geworden: ich muss es auf meine Art tun. Mit den Kontakten, die ich habe. Ich habe Unterstützung gefunden, bei prominenten Schauspieler*innen wie Annette Frier. Und das werde ich ausbauen.<br />Dieses Buch passt nun mal nicht in eine Schublade und da kann auch kein Schubladen-Marketing helfen.<br />Was ich wirklich sehr gut gelernt habe: über mein Buch zu sprechen, mein Wording immer wieder anzupassen und auszuprobieren.<br />Wir hatten eine Crowdfunding-Kampagne für das Buch gemacht. Das war sehr hilfreich, da habe ich viel Feedback bekommen.  Katinka:</p>
<h3><strong>Ulrike: Wenn das Buch auf der Titelseite deiner Lieblingszeitung oder Magazin stehen würde? Was würde da stehen?</strong></h3>
<p>Katinka zeigt Dir, wie leicht es ist, Dich in Dich selbst zu verlieben  .</p>
<h3><strong>Ulrike: Bist du schon reich? 🙂 – Auf Instagram habe ich gelesen, dass du dein Buch 6 Millionen mal verkaufen willst. Was sind deine Ziele oder Wünsche für 2023?</strong></h3>
<p><div id="attachment_27300" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-27300" class="size-medium wp-image-27300" src="https://ulrikezecher.de/wp-content/uploads/MyLovelyShame_Buch_4-300x253.jpg" alt="" width="300" height="253" /><p id="caption-attachment-27300" class="wp-caption-text">My Lovely Shame</p></div></p>
<p>Nein, reich bin ich damit (noch) nicht geworden. Aber 6 Millionen ist mein Ziel. Seltsamerweise ist diese Zahl beim Schreiben immer wieder aufgetaucht. Ich habe mich gewundert und immer gedacht: Wofür stehen die 6 Millionen?</p>
<p>Aber natürlich wünsche ich mir, viele Menschen damit zu erreichen. Ich habe es ja für Menschen geschrieben, dafür, dass sie ihre eigene Scham auflösen und in ihre Superkraft kommen.</p>
<p>Und dafür werde ich kontinuierlich etwas tun. In diesem Jahr auf jeden Fall. Und darüber hinaus natürlich.</p>
<p>Weitere Infos zum Buch findest du auf <a href="https://www.mylovelyshame.com">Katinkas Webseite</a>. Und auf auf ihrem <a href="http://@katinka_kulens_feistl">Instagram-Kanal. </a></p>
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<p><em>Entdecke die inspirierende Welt kreativer Selbstständiger mit meiner neuen Interview-Reihe <strong>&#8222;Gesichter&#8220;!</strong> Tauche ein in faszinierende Geschichten und spannende Insights rund um Marke, Marketing und Schreiben.</em><br /><em> Meine Gäste nehmen dich mit auf eine Reise durch ihre persönliche Wandlung &#8211; vom jungen Ich zum erfolgreichen Business-Profi. Erfahre aus erster Hand, wie sie Herausforderungen gemeistert und Hindernisse überwunden haben, um ihre Träume zu verwirklichen.</em><br /><em> Nutze die Gelegenheit, von den Besten zu lernen und lass dich dabei beflügeln!</em></p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://ulrikezecher.de/interviews/katinka-kulens-feistl">#Gesichter: Interview mit Katinka Kulens Feistl</a> erschien zuerst auf <a href="https://ulrikezecher.de">Ulrike Zecher – Markenberatung | Schreibcoaching</a>.</p>
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