Boah! Ich.kann.es.nicht.mehr.hören. Ich komme gerade aus der Kantine und bei dem üblichen Tratsch habe ich es gerade erfahren: mein Chef tut es auch. Er meditiert. Und dann auch – noch heimlich – am Wochenende im Kloster. Was soll ich von diesem ganzen Ego-Scheiß nur halten? Bis letzte Woche Freitag hatte ich noch einen Chef, den konnte ich genau einordnen: – der hörte nicht zu – der war hektisch – und manchmal aufbrausend … das war nicht immer toll, aber es war berechenbar. Jetzt kommt er mir irgendwie anders vor. Er nimmt sich mehr Zeit, wirkt tatsächlich ausgeglichener … merkwürdig. Meditieren ist seit einigen Jahren richtig im Trend. Nicht nur in den Führungsebenen. Und ich gestehe: Auch ich bin Meditationsfan. Aber erst seit 3 Jahren. Vorher konnte ich als absoluter Bewegungsmensch mit dieser erleuchteten Räucherstäbchen-Community so gar nichts anfangen. Die große Frage ist doch:

„Können wir tatsächlich mit regelmäßiger Meditation unsere Gefühle beeinflussen?“

Dazu schauen wir uns das menschliche Gehirn näher an, und zwar die Region hinter den Schläfen. Links und rechts auf Höhe der Schläfen liegen die Hippocampi. Im Hippocampus arbeitet eine riesige Schaltzentrale, die Gefühle – wie Dankbarkeit, Einfühlungsvermögen und Zufriedenheit – steuert. Das sperrige Wort „Hippocampus“ lässt sich übrigens wunderbar mit einer Eselsbrücke merken: wo das Nilpferd (Hippo) campt. Der Hippocampus ist also unsere Gefühlszentrale. Meditation bringt ihn auf gute Weise auf Touren. Er reagiert aber auch auf sehr stark auf negative Einflüsse, zum Beispiel auf Stress, Probleme oder Traumata. Darum macht uns Dauerstress oft unleidig und ungeduldig – wie der hektische Chef, der nie zuhört und schnell aufbraust.

Bisschen meditiert, alles Ommm + schon erleuchtet?

Mal ehrlich: Haben Sie nicht auch schon mal mit dem Meditieren geliebäugelt? Wenn alle so verklärt und ausgeglichen dasitzen und schwärmen, dass Meditation ihr Leben verändert hat: „Jetzt bin ich ein ganz anderer Mensch!“ Dann setzt man sich im Schneidersitz auf den Boden, versucht zur Ruhe zu kommen und denkt an die To-Do-Liste.

Mist! Wieder nix losgelassen!

Gedanken ziehen lassen. Ich muss noch die Wäsche waschen. Mist, schon wieder kein leerer Kopf … Vielleicht gehören Sie auch zu den unruhigen Menschen, die schon beim Wort „meditieren“ aggressiv werden, weil diese Rumsitzerei nichts für sie ist. Ja, auch wenn meditieren eigentlich „rumsitzen und nichts tun“ ist, ist auch das Übungssache. Am Anfang gilt es einige Hürden zu überwinden. Mal ist das leicht, mal ist es zäh. Auch bei mir ist anfangs eher zäh gelaufen, weil ich gar nix loslassen, sondern lieber meine Gedanken kontrollieren wollte. Selbstkontrolle ist natürlich super kontraproduktiv in einer Meditation. 
Ich bin trotzdem am Ball geblieben und habe daher in den ersten Wochen etwas ganz Wichtiges gelernt: Hindernisse einfach erst einmal akzeptieren und schauen, was passiert… Dieses „Loslassen“ in der Meditation hat tatsächlich meine Gefühlswelt positiv verändert: Ich gehe heute viel nachsichtiger und liebevoller mit mir um. Das ist nicht nur für mich selbst sehr entspannend, sondern auch für meine Mitmenschen. Also für mich hat sich die ganze Überei wirklich gelohnt. Probieren Sie es einfach in Ruhe einmal aus. Vielleicht steckt in Ihnen ja auch ein „verkappter“ Meditationsfan?

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