Zoom-Fatigue“, lautet die wissenschaftliche Bezeichnung für meine Müdigkeit. Ja, ich fühle mich von den zahlreichen Zoom-Meetings erschöpft. Mein Körper spricht seit Monaten mit mir: „Die Augen brennen. Die Wirbelsäule schrumpft vor der Kamera. Der Nacken – und nicht mein Bauch – hart wie Beton.“
Früher als Personal Trainerin ist es mir leicht gefallen, meine Kund:innen zu motivieren, wie sie ihren Arsch hoch bekommen. Heute schaffe ich gerade 10 Schritte im „Home-Office„.
Zum Glück habe ich meine fünf Lieblingsübungen nicht vergessen, die ich jederzeit abrufen kann, wenn mein Körper nach Leichtigkeit, Lockerheit und gute Laune schreit. Gerne verrate ich sie dir zum „Nachturnen“.
Wichtig: Alle Übungen kannst du sowohl im Stehen wie auch im Sitzen (Meditationskissen, Stuhl) durchführen. Sie dauern durchschnittlich zwischen 3 – 5 Minuten.

ÜBUNG 1: Stress wegkicken

Auf den Schultern legen wir oft unbewusst unsere Ängste, Sorgen oder Unerledigtes. Sie fühlen sich schwer, steif und unbeweglich an. Die Atmung wird immer flacher.
Die folgende Übung hilft dir, Verspannungen im Schulterbereich zu lösen und bewusst zu atmen.
Wenn du durch die Nase einatmest, ziehst du die Schulterblätter bis zu den Ohren hoch. Beim Ausatmen durch den Mund, gleiten deine Schulterblätter in Richtung Taille. Beim Einatmen stellst du dir das Wort Energie vor und beim Ausatmen das Wort Loslassen. Wiederhole diese Übung dreimal.
Am Ende streckst du deine Arme nach vorne aus. Deine Handinnenflächen zeigen nach oben. Jetzt stellst du dir vor, dass hinter deinem linken und rechten Schulterblatt jeweils ein Basketball-Korb platziert ist. In diesen Korb wirfst du schwungvoll von vorne nach hinten restlichen Stress. Mit der rechten und linken Hand im Wechsel.

ÜBUNG 2: Energie tanken

Schließe die Augen. Atme dreimal bewusst ein und aus. Wo möchtest du jetzt gerne sein?  Reise mit deiner Fantasie an deinen Lieblingsort … Wo bist du? Am Meer … in den Bergen … im Wald …. Mache es dir an diesem Ort so richtig gemütlich.
Plötzlich fängt es zu regnen. Du genießt diesen Regen. Die Regentropfen prasseln auf deinen Körper. Wie fühlt sich der Regen für dich an? Warm wie Sonne? Erfrischend kühl wie Minze?
Welche Farbe haben deine Regentropfen? Welche Farbe würde dir in diesem Moment gut tun? Ein warmes Orange, ein beruhigendes Blau oder ein vitalisierendes Grün? Oder eine andere Farbe …
Sanft fühlst du die Regentropfen auf deinem Kopf … deinen Schultern … deinem Rücken.
Sie durchfluten deinen Geist und Körper mit neuer Frische. Atme am Ende dreimal ein und aus.
Öffne langsam die Augen.

ÜBUNG 3: Wirbelsäule lockern

Oft ertappe ich mich dabei, wie meine Wirbelsäule bei längeren Zoom-Calls in sich zusammenfällt und die Schultern kraftlos nach vorne rutschen. Puh, dabei will ich in diesem Moment als Solo-Selbstständige präsent rüberkommen.
Schnelle Gegenmaßnahme – auch für dich:
Platziere in deiner Fantasie kleine Luftballons zwischen den einzelnen Wirbeln deiner Wirbelsäule. Stelle dir möglichst bildlich vor, wie die kleinen Ballons sich von der Lenden- bis zur Halswirbelsäule nach und nach mit Luft füllen und deinen Oberkörper ohne große Anstrengung aufrichten.

4. Inneres Lächeln

Augen schließen. Tief ein- und ausatmen, die Handrücken entspannt auf den Oberschenkeln ablegen. Stelle dir vor, wie sich ein sanftes Lächeln auf deinem Gesicht ausbreitet, sich die Mundwinkel leicht heben, die Augen lächeln.
Schicke das innere Lächeln auf eine Reise durch deinen ganzen Körper:
Sende ein Lächeln in deine Schultern. Atme dort dreimal ein und aus. Schicke ein Lächeln in dein Herz. Atme dreimal ein und aus. Schick ein Lächeln in deine Bauchregion. Atme dort dreimal ein und aus.
Fühle am Ende der Übung, welche Körperregion deine Aufmerksamkeit besonders benötigt. Wo spürst du Anstrengung oder sogar Schmerzen? Schenke ihr ein inneres Lächeln. Atme wieder dreimal ein und aus.
Öffne langsam die Augen.

5. Umgib dich mit Weichheit

In diesem Experiment richten wir unsere Aufmerksamkeit auf den Raum um uns herum. Schließe wieder die Augen. Stelle dir vor, dass die Luft um dich herum ganz weich ist. Sie fließt gemütlich um deine Schultern; sie fühlt sich an wie ein Kaschmir Schal.
„Du atmest nur diese Luft, diese weiche, angenehme, lockere Luft. Du hast eine Sphäre der Lockerheit. Den ganzen Tag versuchst du nun, diesen weichen Schal mit dir herumzutragen. Wenn etwas „Hartes“ in Form von destruktiver Kritik auf dich zukommt, bleibst du weich und nimmst nichts vom Harten auf.“

Verrätst du mir deine Lieblingsübung in den Kommentaren?

Fotoquelle: Tanja Deuß, www.knusperfarben.de

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