Tusch! Jubel! Liebe Stefanie, ich freue mich sehr mit dir, dass deine Webseite jetzt online ist. Fünf Monate haben wir intensiv an Marke, Text und Konzeption geschraubt, damit deine Webseite sowohl zu deiner Berufung wie auch zu deiner Persönlichkeit passt. Und zwar nicht face-to-face, sondern mit einer E-Mail-Ping-Pong-Standleitung zwischen Düsseldorf und Hückeswagen.

Wo wir gerade dabei sind: Plauder‘ ein wenig aus unserem digitalen Schreibzimmer. Welche Erfahrungen hast du mit dem Schreib-Coaching gemacht?

Also letztendlich eine wirklich ganz praktische und effektive Erfindung – dieses Schreibcoaching! Zu Anfang für mich gar nicht vorstellbar, wenn man sich persönlich nicht kennt und noch nie gesehen hat.
Gerade das hat mir sehr geholfen mich nur auf die Anleitung zu konzentrieren und alle Zwischentöne heraus halten zu können. Deine Überschriften, Themen und Fragen, die Du gestellt hast, waren wie ein roter Faden, an dem ich mich langhangeln konnte.
Nach und nach wurden dadurch meine Gedanken klarer, meine vorher gefühlte innere Chaotik bekam Struktur und ich war aufgefordert immer konkreter und klarer zu werden in dem was ich da eigentlich vor habe. Das heißt, dass durch deine Art der Fragen und der „liebevollen Leitung“ ein Prozess in Gang kam, der mich dann über die Monate immer zielgerichteter blicken lassen konnte.
Die Sachlichkeit auf der einen und die persönliche Ansprache auf der anderen Seite, haben mir sehr geholfen ganz bei mir zu bleiben und mich nicht von Auffassungen um mich herum beirren zu lassen. Ein bisschen so wie ein Welpe an der bisher unbekannten Leine :0): Bereit in die Welt zu tapsen  – mit einigen Flauseln im Kopf – und irgendwie dankbar für die Führung, die ihn die ersten Monate sicher durchs Hundeleben begleitet . . . . bis man selber losziehen kann (oder zumindest meint es nun zu können). Das ist für einen Welpen, der so gar nichts von fremder Führung und Gehorchen hält, ein riesen Lernfeld. Wie  schön, dass es so spielerisch gehen kann!

Als Early-Bird kommen meine Pongs meistens morgens, wenn mein Gehirn noch im Träumle-Modus ist und ich den ersten Kaffee auf hab.Und ganz unter uns? Ich schreibe am liebsten im Schlafanzug …
Wie ist das bei dir? Wann ist deine beste Zeit, Schreibaufgaben schriftlich zu beantworten? Gab es in unserer Zusammenarbeit Momente von Schreibblockaden? Wenn ja, wie hast du diese gelöst?

Ich bin ja eher so die Fraktion: der frühe Vogel kann mich mal. Freiwillig komme ich morgens ganz schlecht aus den Puschen. Muss ich als Mutter aber leider und zwar extrem früh! Nun ja – das Tolle für mich an den Mail-Pongs war die zeitliche Freiheit, die ich mir nehmen konnte. Mit Familie, unterschiedlichen Arbeitszeiten, parallelen Ausbildungszeiten und überhaupt einem eher nicht regelmäßigen Tagesrhythmus, habe ich mir meine Rückmeldungen an Dich so legen können, wie sie am besten in meinen Alltag passten. Manchmal in der Nacht – mit meinem Hund an den Füßen – oder auch morgens früh, wenn die Kinder aus dem Haus waren. Mit Jogginghose oder Kaffee. Egal. Es sah mich ja keiner!
Von daher war es für alle Beteiligten gut, dass wir nicht geskypt haben!!! Und ja – Schreibblockaden hatte ich immer wieder. Es wollte einfach nicht laufen oder ich fand nicht die richtigen Worte, um das auszudrücken, was ich im Kopf hatte. Manchmal merkte ich natürlich auch, dass ich anscheinend noch nix im Kopf hatte (Krise) und Du mich durch deine konkreten Fragen oder Bemerkungen erst einmal zum weiteren Nachdenken gebracht hast. Manchmal war die Lösung ein Spaziergang mit dem Hund; was leckeres Essen; Dir einen SOS-Notruf senden oder auch einfach mal bei Dir jammern dürfen. In dem Moment wo ich Dir meinen Gedankenwirrwarr mitteilen konnte und Du postwendend  – fachlich und humorvoll – darauf reagiert hast, war der Knoten geplatzt. Eine wirklich gute Übung und Erfahrung für mich, da ich ansonsten eher alles mit mir selber ausmache und nicht auf die Idee komme, meine Gedanken jemand anderen mitzteilen.

Deine Webseite, mit der du vor allem hochsensible und autistische Erwachsene und Kinder errreichen möchtest, präsentiert für dich auch den Wechsel vom Angestellten-Modus in die Selbständigkeit. Welche mentalen Hürden gab es in der ersten Phase unserer Zusammenarbeit – der Markenbildung – für dich zu meistern?

Ohhhhh, eine Menge! In mir war Chaos und ich hatte ganz schöne Angst. Habe ich immer mal wieder übrigens. Das alles zu schaffen. Klienten gerecht zu werden. Gut genug zu sein. Finanzielle Unsicherheit. Alle meine Themen kamen da wieder hoch. Ich merkte, dass ich überhaupt gar keine Vorstellung hatte, was meine Arbeit eigentlich wert sein könnte.
Im sozialen Bereich ist man meist nicht gut bezahlt und vieles macht man aus Berufung oder Überzeugung. Ich jedenfalls ganz sicher. Geld musste einfach immer nur zum Leben reichen. Aber je älter ich wurde, um so mehr fühlte ich auch eine gewisse Ungerechtigkeit. So viele gute, aber unbezahlte Ausbildungen – eine Menge Zeit zusätzlich darin investiert. Finanziell machte sich das aber nicht bemerkbar. Das fing an mich zu ärgern. Als Angestellte habe ich schon lange immer wieder in eigenverantwortlichen Bereichen gearbeitet. Warum sollte ich meine Fähigkeiten nicht genauso gut als Selbständige einsetzen können – ohne meine Kraft für so viele Nebenschauplätze zu verschwenden?
Aber mich dafür auf ein Honorar fest zu legen. Puh! Ein echter Akt. Klar, dass ich meine Kosten gedeckt bekommen muss. Aber diese Rechnung alleine half mir da wenig. Es blieb immer wieder die Frage: Was ist meine Arbeit tatsächlich wert. Mir war es peinlich so viel Geld zu nehmen; die Sorge, ob sich überhaupt Klienten finden, die den Preis bezahlen und am Ende auch noch eine zufriedene Kosten-Nutzen-Rechnung für sich aufstellen würden.

Je besser wir uns selbst kennen, desto klarer sind wir mit unserer Selbstdarstellung und dann gibt uns eine Personenmarke uns Selbstständigen sowie unseren Kunden eine nützliche Orientierung. Hast du in den letzten Wochen feststellen können, dass du selbstbewusster in deinem Außenauftritt geworden bist?

Diese Veränderung macht sich bei mir ganz klar bemerkbar. Eigentlich würde ich es so zusammenfassen: Ich bin selbstbewusster in der Umsetzung meiner inneren klaren Haltung geworden. Ehrlich und klar empfand ich mich tief in mir schon immer. Habe mich auch nie wirklich verbiegen lassen. Aber ich kann mich sehr gut an einige Situationen erinnern, in denen ich kompromisslos im Job oder einfach auch nur zu wenig taktisch auftrat. Meist wenn die Löwin in mir auftauchte. Und mal unter uns: Ehrlichkeit kommt nicht immer gut an! Die kann verletzen, Angst oder Ärger hervorrufen. Da bin ich mit der Zeit vorsichtiger geworden. Dazu kam, dass ich mich für meine ganz eigenen, persönlichen Belange nie so gut einsetzen konnte.

Für mich einstehen, mich und meine Arbeit darstellen und dem Gegenwind mal nicht klein bei geben . . .
Holla, da hat sich wirklich was getan. Konflikte sind für mich immer noch emotionales Kriegsgebiet  ABER! inzwischen mache ich da viel klarere Ansagen. Zu dem was ich will und was gar nicht für mich geht – und das auch noch sachlich fachlich begründet. Ja – der Prozess hat mich selbstsicherer und klarer werden lassen. Ich will und muss mein Licht nicht mehr unter die Teppichkante stellen . . .es ist prima, wenn ich damit anfangen darf zu leuchten. Und zwar mit allen Farben, die ich so mitbringe.
Meine eigene Entwicklung passt gut zu meinem Claim: „Bei mir bist Du richtig und pass(t)genau.“ 🙂

Beim Texten der Leistungsangebote arbeite ich grundsätzlich mit einer Textschablone; dieses Gerüst hilft meinen Schreib-Coachees, sich von Anfang an, in die Probleme und den Nutzen für ihre Ziegruppe einzufühlen. Hast du diese Methode als Einschränkung oder eher als Hilfe empfunden, dein Expertenwissen in eine gleichförmige Struktur zu bringen?

Da habe ich mich echt schwer mit getan. Keine Ahnung, ob Du dich erinnern kannst, dass ich mich direkt zu Anfang leicht hysterisch gemeldet habe? Leider erst nachdem ich da schon einigen Mist verzapft hatte. Ich hab`s einfach nicht kapiert. Erst als Du mir ganz praktisch mal was in die Schablone hinein getextet hattest, fiel der Groschen. Und dann lief es! Auch hier waren für mich deine direkten Rückmeldungen am hilfreichsten. Nicht so viel drum herum zu reden. Nicht esoterisch zu sein; was ich ja übrigens auch null bin. Klarer zu formulieren, was ich fachlich zu bieten habe. Das ist wichtig für die Leser der Homepage und war sehr wichtig für mich selbst. Auch in Bezug darauf wie und womit ich mich von anderen Anbietern abhebe. Und auch ein wenig von: Mensch, stimmt. Das kann ich doch – das bin ich – das bringe ich mit – und dazu darf / sollte ich stehen. Gerade auf letzteren Punkt hast Du mich immer wieder hingewiesen. Umso mutiger wurde ich dann auch.

Für viele Selbstständige ist SEO Hexenwerk; dabei fängt Suchmaschinenoptimierung mit guten Texten für eine relevante Zielgruppe an. Du und ich haben die Suchwörter (keywords) für deine vier Leistungsangebote, unter denen du gefunden werden möchtest, gemeinsam erarbeitet. Was hast du dir vor unserer Zusammenarbeit unter SEO vorgestellt?

Echt jetzt? Totale Finsternis. Mir kamen wirklich keine Vorstellungen in mein Hirn. Ich tappte im Dunkeln. Meine erste Mail an Dich war völlig orientierungslos. Wie jemand Fremdes etwas mit mir erarbeiten sollte, von dem ich selber noch nicht weiß, was es eigentlich wird?? Na ja – und Texte schreiben ist eben nicht gleich Texte schreiben. Eigentlich dachte ich vorher, dass ich da ganz fit drin wäre aber dieses Herantasten, Abwägen, Ausfeilen, Einkreisen, auf den Punkt bringen. Erstaunlich, was sich da inhaltlich alles rausholen lässt. Und doch bleibt es absolut das Eigene, das Persönliche. Hex Hex!
Das hat mich immer wieder erstaunt. Ich mache nix ohne meinen Schreibcoach – ja das war wirklich so. Schon während des Schreibens lief der ganz eigene Ulrike-Film in mir ab. Was denkt sie wohl dazu? Wie wird sie reagieren? Welche Anmerkungen werden kommen? Bestimmt. . . . . kriegt sie wohl die Krise?! Die heimliche, unsichtbare, flüsternde – oder auch mal lauter werdende –  Textmaus auf meiner Schulter. Hätte ich mir nie so vorstellen können. Um so toller es nun erlebt und mich am Ende darin vollständig wiedergefunden zu haben.

„Bloss nicht zu lange alleine Herumdoktern“, sage ich immer zu meinen Kunden. „Und es gibt keine blöden Fragen.“ – Im Work-Flow wechsel ich oft die Rollen (was ich vorher immer ankündige): Marketing-Frau mit Kundenbrille, strenge Textfrau, Konzeptionerin und wenn gewünscht auch Ideen-Geberin. Wie hat diese Vorgehensweise dein Webseiten-Projekt nach vorne gebracht? Und ganz ehrlich: Gab es auch Momente, wo du mich „blöd“ fandest?

Nur das hat für mich richtig Sinn gemacht! Wenn ich etwas anfange – vor allem beruflich – bin ich total perfektionistisch. Alles muss für mich stimmen und ich will immer das Beste geben. Gleichzeitig tue ich mich total schwer, andere um Rat zu fragen oder allein nur Fragen zu stellen. Geht eigentlich gar nicht bei mir, wenn ich mal recht drüber nachdenke. Leider! Für mich gibt es ne Menge blöder Fragen und ich sage lieber mal nix als vielleicht das Falsche. Zu Anfang wollte ich also erstmal alles gut und richtig machen. Habe dann aber gemerkt, dass ich in diesem Fall damit nicht weiter komme.
Es hieß für mich also auch ein ganzes Stück von meinen Gewohnheiten und Sicherheiten aufgeben – aber unter uns beiden entstand schnell etwas so Vertrauensvolles, dass ich mich erstaunlich gut in deine fachlichen Hände begeben konnte. Mit Sicherheit war es der Eindruck: die Ulrike dort in Düsseldorf weiß genau was sie tut . . . sie nimmt mich nicht nur ernst, sondern kniet sich wirklich voll in meine Themen rein  . . . . und hat auch noch Freude daran.
Unglaublich! Was Du streng nennst, ist genau das, was ich brauche. Ich würde es eher respektvoll nennen, glaube ich. Respektvoll mir und meinem Anliegen gegenüber. Die Kundenbrille war vorerst für mich tatsächlich ein großes schwarzes Nichts. Keine Ahnung was Du damit wolltest – sie fing schnell an mir Sorgen zu bereiten, weil ich merkte, dass ich irgendwie nicht durch sie durchblicken konnte. Aber das hast Du dann ja erstmal für mich übernommen – der Stress ließ nach und aus dem schwarzen Etwas wurde mit der Zeit ein bunter Begleiter, der dann meist schon neben meinem Laptop auf mich wartete, wenn wir in Aktion traten. Ach ja – und blöd fand ich dich nur einmal (auch nur ganz kurz). Nachdem ich mir nämlich mit sehr persönlichen Texten die halbe Nacht um die Ohren geschlagen hatte – nebst meinem Hund –  und am nächsten Morgen eine Rückmeldung kam: „jetzt solltest du mal alles fachlich,strukturiert sowie kundenorientiert angehen!“ Ähhh, Danke fürs Gespräch ;0))

Wir hochsensible Menschen sind ja bekannt dafür, Projekte tiefgründig und mit Ausdauer zu bearbeiten, um eine gute Qualität zu erreichen. 🙂 Es gab einen Moment in der Phase der Webseiten-Erstellung, wo bei dir in Hückeswagen sofort das rote Telefon klingelte, und zwar als ich deine ersten Bilder von einem hiesigen Fotograf  gesehen habe. Da habe ich mich als Projektmanagerin ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt … Magst du darüber reden?

Klar ! Das fällt mir deshalb nicht schwer, weil ich bei den Fotos erstens sofort das Gleiche gedacht habe wie Du und Dich inzwischen auch so gut kannte, dass ich mit deinem Anruf gerechnet habe.
„Oh, wenn das Ulrike sieht“, war mein erster Spruch meinem Mann gegenüber. Und ich merkte ja selber sofort, dass die Fotos unserer monatelangen Arbeit nicht gerecht wurden. Aber ich war auch ganz schön verzweifelt, weil ich nicht wußte, wie ich es anders stemmen sollte. Da wollte ich mal wieder alles perfekt haben und bekam es ohne weitere Investitionen nicht hin. Ich war ehrlich mehr als geknickt. Ich fühlte mich ja nicht nur mir gegenüber verantwortlich. Meine innere Einstellung passte mal wieder nicht zu der Haltung anderer um mich herum und schon mal gar nicht zu unserem Kontostand.
Die Arbeit an meiner Selbständigkeit hatte ja Auswirkung auf unsere ganze Familie. Da waren schon mal harte Zeiten für alle dabei – und ich hatte noch nicht einmal angefangen. Alles „nur“ Vorarbeit – ohne zu wissen, ob es sich rentieren wird. Als Sicherheitsmensch ein wahre Herausforderung. Da war es gut, schon ein paar Monate sicheren Rückhalt in unserer Zusamenarbeit gehabt zu haben ! Dann darf man sich bei mir auch schonmal weiter aus dem Fenster lehnen. Es hat mir geholfen mich auf meine innere Überzeugung zu verlassen und den Mut für weitere Hürden  – und das notwendige Geld dafür aufzubringen. Ausschlaggebend war ja auch noch die eigene Webseite von Tanja Deuß, die Du mir empfohlen hattest. Mein Bauch sprach Bände.  . . .und die neuen Fotos von Tanja dann auch.

Liebe Stefanie, herzlichen Dank für deine frischen Antworten sowie dein Vertrauen in meine Arbeit. Wenn dann zusätzlich der Humor und der gegenseitge Respekt stimmt, kommt man als Projektmanagerin schnell in einen wunderbaren Flow. Das empfinde ich als großes Geschenk.
Ebenso wie die gute Teamarbeit. An dieser Stelle auch ein Tusch an Alexander Hertel, Mediendesign und Tanja Deuß, Fotografie und Polaroidkunst von knusperfarben.de

Geschafft liebe Ulrike! Eine hochsensible Angelegenheit online gewuppt! Mit etwas Wehmut, aber vor allem vielen neuen und intensiven Erfahrungen, sage ich Dir „Danke“ 🌻für die tolle Zusammenarbeit der letzten Monate und das abschliessende Interview. Bis bald zum persönlichen Kennenlernen in deiner alten Heimat.

Deine Stefanie Wistuba
Foto-Credit: Tanja Deuß, knusperfarben.de
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Erst deine Persönlichkeit macht dein Business einzigartig. Ich begleite Einzelunternehmer durch den gesamen Prozeß auf ihren Weg zur #Lieblingsmarke. Von der Markenberatung, über Schreib-Coaching bis hin zur fertigen Webseite bekommst du alles aus einer Hand.

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