Was passiert, wenn sich zwei Jäger treffen? Dann sind beide tot. – Treffen sich zwei Blogger; heulen sie über ihre Honorare.

So dramatisch verläuft ein Treffen zwischen zwei leidenschaftlichen Bloggern an einem Montagmorgen nicht.
Bloggerhonorar ist – neben Autoren-Persönlichkeit, Early-Bird-Schreiben und ein bisschen Plaudern über Hemmingway – ein wichtiges Thema beim gemeinsamen Kaffee mit Walter Epp gewesen. Sind Honorare für Blogger angemessen oder eher zum Heulen?
Diese Frage möchte ich hier beantworten. Um dir – oder möglichen Auftraggebern – den zeitlichen Aufwand transparent zu machen, habe ich die einzelnen Arbeitsschritte aufgelistet. Wenn du bereits regelmäßig bloggst, kannst du deine „Zeiten“ in den nächsten Tagen gerne individuell messen.
Bei dieser Zeitananalyse gehe ich davon aus, dass du einen Blogartikel mit Lesernutzen schreiben möchtest: am Ende des Artikels weiß der Leser, was er konkret tun muss oder gelernt hat… Die Diskussion, wie lang jetzt der ideale Blogartikel sein sollte, haben schon andere geführt. Darauf verzichte ich hier.

Kalkulation eines Blogartikels:


Arbeitsschritt Aufwand in Minuten
Themenwahl/Recherche 30
Konkreten Lesernutzen konzipieren 20
Blogartikel Entwurf/Rohfassung schreiben 60
Blogartikel überarbeiten 60
Blogartikel eingeben, SEO-optimieren, Describtion 20
Blogartikel veröffentlichen 10
Bild-Content konzipieren/recherchieren 60
Spesen (Fahrtkosten) 0

Honorare für Blogger

In meiner Kalkulation komme ich hier auf einen Aufwand von 260 Minuten. Unter sogenannten Laborbedingungen: alles läuft rund und es gibt keine unerwartete technischen Störungen. 🙂 Auf der Basis meines Honorars als Schreibcoach würde ich dem Auftraggeber folgende Rechnung ausstellen. Diese vereinfachte Kalkulation beinhaltet nicht die monatlichen Kosten eines Blogs.

60  Minuten = 120,- € netto als Schreibcoach 
260 Minuten = 520,- € netto

Milchmädchenrechnung der Auftraggeber:

Das ist also meine Rechnung als Bloggerin. Auf der Unternehmensseite wird allerdings nach meinen Erfahrungen nicht nur mit spitzem Bleistift, sondern auch wie ein Milchmädchen (eher wie ein Milchjunge) gerechnet:

Frau Zecher, können Sie nicht einen Blogartikel für uns schreiben, dann bekommen Sie … eine enorme Reichweite, einen Link, eine Autorenbox. Nein, über ein Bezahlmodell für Blogger haben wir nicht nachgedacht. Aber so ein Blogartikelchen schreibt sich doch fast von alleine ….

Die Angebote sind teilweise so unverschämt, dass ich verzweifelt überlege: „Ist das jetzt wirklich die Realität oder spiele ich gerade in einer Comedy mit…?“
Vor 14 Tagen habe ich eine sehr schöne Einladung zu einem neuen Online-Projekt von einer Zeitung bekommen. Mein Blogger-Herz ist direkt auf 200 Schläge pro Minute hochgefahren, weil ich mit einem Blick gesehen habe, wie großartig die Vision hinter diesem Projekt ist. Also habe ich im Netz zum Thema Bloggerhonorare recherchiert und bin auf den nützlichen Beitrag von Sandra Lachmann vom Blogland gestoßen. Am Ende des Artikels findest du die Einstiegshonorare für Blogger. Sandra schreibt dazu.

… indem ich eine “Drunter geht gar nicht”-Grenze für Blogger definiere, die keine blutigen Anfänger mehr sind.

Stundensatz: ab 60 Euro
Tagessatz: ab 350 Euro
exklusiv erstellter Artikel: ab 150 Euro
immer zzgl. Reisekosten

Aufgrund dieser Empfehlung habe ich überlegt, welches Angebot ich für die Zusammenarbeit mit einem Online-Magazin abgeben möchte:

Mein Ziel: Ich möchte bei diesem Jahres-Projekt pro Blogartikel 300,- € pro Artikel bekommen.

Daraufhin kam die Rückfrage des Auftraggebers, ob ich denn regelmäßig für sie bloggen möchte. Mein Antwort: „Was ist für Sie regelmäßig. Pro Woche, pro Monat oder einmal im Jahr? Im nächsten Gespräch einigten wir uns auf zunächst vier Blogartikel.

„Prima, vier Blogartikel x 300,- € sind dann insgesamt = 1.200,- €„. „Nein, nein, das hätte ich jetzt ganz falsch verstanden: 300,- € für alle vier Artikel.“  Solche Situationen überlebe ich nur mit Lach-Yoga….

Verstehe mich bitte richtig. Mir geht es darum, dass bei einem guten Geschäft immer beide Seiten profitieren und nicht nur eine. Dazu gehört selbstverständlich das Aushandeln eines Preises, der von unterschiedlichen Faktoren abhängt. Mit diesem Beitrag möchte ich dich sensibilisieren, wie du den Wert deiner Arbeit als Blogger berechnest.

5 Prinzipien für die Kalkulation des Bloghonorars:

  • Erfasse deine Arbeitszeiten mit einer Zeiterfassung-App.
  • Tausche dich ehrlich mit anderen Bloggern aus.
  • Nenne selbstbewusst dein übliches Stundenhonorar.
  • Sage Nein zu unterirdischen Angeboten.
  • Bleibe in Verhandlungen auf Augenhöhe.

Und vergiss‘ auf keinen Fall die Liebe zum Schreiben dabei!

Du willst lernen, wie du nützliche Blogartikel schreibst? Dann maile mich an.

 

 

The following two tabs change content below.
Mit Ulrikes Uhu-Blick erfolgreich(er) werden. – Rundum-Blick auf dich, deine Persönlichkeit und dein Solo-Business, denn Marke ist mehr als Marketing.